Begrenztes Kurspotenzial
Dax rutscht bei dünnen Umsätzen ins Minus

Zwei Tage nach Beginn der Militärangriffe in Afghanistan haben die deutschen Aktienmärkte am Dienstag in einem richtungs- und impulslosen Handel behauptet tendiert. "Der Markt ist sehr vorsichtig geworden. Man wartet vor allem darauf, ob Gegenanschläge auf die US-Angriffe folgen", sagte ein Händler. "Größere Aktienpositionen werden in diesem Marktumfeld nicht aufgebaut."

Reuters FRANKFURT. Zudem sei der Markt in einer überkauften Situation, sagte ein anderer Händler. Dementsprechend begrenzt sei zunächst das Kurspotenzial nach oben. Kurzfristig seien die politischen Ereignisse allerdings vernachlässigbar. "Ich rechne höchstens bei schwerwiegenden negativen politischen Nachrichten mit einer Kurskorrektur um rund zehn Prozent", sagte ein Händler. Im Mittelpunkt des Handels standen die Papiere von Infineon.

Der Dax notierte am Dienstagnachmittag mit 4484 Punkten 0,82 Prozent unter seinem Vortagesschluss.

In dieser Woche werde der Dax zwischen 4300 und 4600 Punkten schwanken, sagte Uwe Wagner, technischer Analyst der Deutschen Bank. "Wir erwarten eine neutrale Entwicklung zwischen diesen Marken." Mittelfristig sei aber mit steigenden Kursen zu rechnen. "Solide Investmentchancen gibt es erst wieder, wenn die große Masse der Marktteilnehmer kapituliert hat und langfristig bearish geworden ist", hieß es dagegen in einer technischen Analyse der Bayerischen Landesbank. Solange bleibe der Markt eher ein Trading- als ein Anlegermarkt, also in erster Linie für Investoren mit einem kurzfristigen Anlagehorizont attraktiv.

Ohne Einfluss auf das Marktgeschehen blieb Händlern zufolge die höhere Arbeitslosenzahl in Deutschland. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit vom Dienstag ist die Arbeitslosenzahl im September saisonbereinigt um 20.000 auf 3,882 Millionen gestiegen. Für Oktober sei jedoch mit einem Rückgang zu rechnen.

Die Papiere des Halbleiter-Herstellers Infineon stiegen mehr als acht Prozent auf 14,81 Euro. Händler führten die Kursgewinne auf aggressive Käufe einer großen Investmentbank zurück. Aus charttechnischer Sicht müsse das Papier bei 15 Euro einen starken Widerstand brechen, um dann weiter steigen zu können, hieß es.

Die Titel der Infineon-Mutter Siemens erhöhten sich um mehr als drei Prozent auf 45,70 Euro. Nach Angaben beider Verhandlungspartner ist der Verkauf des zu Siemens gehörenden Mannesmann Plastics Machinery AG (MPM) an den britischen Finanzinvestor Apax gescheitert. Für den weltgrößten Spritzgussmaschinenbauer MPM war in Kreisen ein Übernahmepreis von 800 Millionen Euro genannt worden.

Die Investmentbank Morgan Stanley Dean Witter stufte am Morgen den europäischen Banksektor auf "neutral" von zuvor "underperform" hoch. Trotzdem seien die Gewinnschätzungen für die deutschen Banken für das laufende Jahr zwischen 16 und 34 Prozent und für 2002 zwischen 31 und 62 Prozent gesenkt worden. Die im Dax notierten Banken reagierten darauf unterschiedlich. Die Commerzbank legte rund zwei Prozent auf 17,75 Euro zu. Freundlich tendierten auch die Aktien der HypoVereinsbank. Lediglich die Deutsche Bank gab 0,50 Prozent auf 61,09 Euro nach.

Auf der Seite der Kursverlierer standen unter anderem die Titel von Volkswagen, die sich um mehr als ein Prozent auf 38,40 Euro verbilligten. Die tschechische VW-Tochter Skoda hatte am Dienstag ihre Gewinnziele für das laufende Jahr gesenkt und dies mit der anhaltenden Stärke der Landeswährung begründet.

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