Behandlung von Schlaflosigkeit
Test misst bei Patienten Konzentration des Schlafhormons

Die Pharmaindustrie setzt bei der Behandlung von Schlafstörungen auf das nebenwirkungsfreie Schlafhormon Melatonin. Präparate mit dem Wirkstoff können jedoch nur helfen, wenn die Betroffenen unter Melatonin-Mangel leiden. Ein Test kann dies nun feststellen.

bia DÜSSELDORF. Ein Professor der Internationalen Universität Bremen hat ein Testverfahren entwickelt, das die Konzentration des Schlafhormons "Melatonin" misst. Dieses Hormon reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus und ist bei einigen Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, nur schwach ausgebildet.

"Melatonin-Mangel ist eine Alterserscheinung", sagt IUB-Professor Alexander Lerchl. Bei den über 65-Jährigen seien mehr als ein Drittel betroffen, bei den 80-Jährigen schon 90 %. Altersbedingt nehme die nächtliche Melatonin-Produktion in einem speziellen Organ im menschlichen Gehirn ab, sagt er.

Die Pharmaindustrie setzt deshalb auf das nebenwirkungsfreie Schlafhormon Melatonin. Neueste Medikamente können die Melatoninkonzentration für sechs Stunden auf einem Niveau halten, das für Schlaf sorgt. Diese Präparate könnten jedoch nur helfen, sagt Lerchl, wenn die Betroffenen tatsächlich einen zu niedrigen Melatoninspiegel aufweisen.

Der Wissenschaftler hat deshalb ein Verfahren entwickelt, um einen entsprechenden Mangel festzustellen, ohne dass aufwendige Blutproben in einem Schlaflabor genommen werden müssen. Hierzu sammeln Patienten zu Hause während der Nacht in zweistündigem Abstand Speichelproben, die Lerchl später in seinem Labor an der IUB analysiert. Das Ergebnis ist für Ärzte ein Anhaltspunkt, ob die Behandlung mit einem bestimmten Medikament sinnvoll ist. Immerhin 30 % der Bevölkerung leiden unter Schlafstörungen, die nicht genau diagnostizierbar sind.

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