Behörden ermitteln wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten kurz vor dem Urnengang
US-Wählerregistrierung ruft Zweifel hervor

Gut eine Woche vor der US-Präsidentschaftswahl ermitteln amerikanische Behörden wegen des Verdachts massiver Unregelmäßigkeiten. Eine von Republikanern finanzierte Beratungsfirma soll Registrierungs-Formulare von Anhängern der Demokraten vernichtet haben.

HB WASHINGTON. Das im Bundesstaat Arizona ansässige Unternehmen Sproul & Associates habe seinen Wahlwerbern die Anweisung gegeben, nur Republikaner zu registrieren, kritisierten ehemalige Mitarbeiter. Wer in den USA wählen will, muss sich vorher in entsprechende Listen eintragen. "Wir nehmen diese Klagen sehr ernst", sagte der Chef-Justitiar des Staates Oregon, Bill Bradbury. Abgeordnete in Pennsylvania beauftragten die Staatsanwaltschaft ebenfalls mit Ermittlungen. Zuvor war es bereits in Nevada und West Virginia zu ähnlichen Vorwürfen gekommen.

Firmeninhaber Nathan Sproul wies die Anschuldigungen als "Erfindung der Demokraten" zurück. "Hier werden Behauptungen aufgestellt, über die die Medien aus durchsichtigen Gründen berichten sollen", erklärte Sproul. Er war früher Chef der Republikaner sowie der "Christlichen Koalition" in Arizona. Seit Juli hat sein Unternehmen 500 000 Dollar von den Republikanern erhalten.

Auch in anderen Bundesstaaten häufen sich die Klagen. So monierten die Demokraten im heiß umkämpften Florida, dass im Bezirk Duval lediglich an einem Ort Früh- Wahlen stattfinden können: Das würde die Angehörigen von Minderheiten, die nicht so mobil seien, benachteiligen. Die Republikaner beschwerten sich hingegen, dass Tausende von Wahlberechtigten in Ohio doppelt registriert seien.

Nach einem Bericht des "Spiegels" drängte das amerikanische Verteidigungsministerium vehement darauf, dass sich im Ausland stationierte US-Soldaten in Wahllisten aufnehmen ließen. Nach verschiedenen Umfragen stehen 69 Prozent der Truppenmitglieder Präsident George W. Bush positiv gegenüber. Für US-Soldaten in Deutschland seien daher spezielle Websites zur einfacheren Registrierung zur Verfügung gestellt worden. Die Websites für die allgemein im Ausland lebenden US-Bürger seien hingegen über einen längeren Zeitraum blockiert worden.

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