Behörden in Alarmbereitschaft – Neuer Minister für Heimatschutz
Amerika wappnet sich gegen weitere Terrorangriffe

Nach den US-Militärangriffen auf Ziele in Afghanistan erwarten amerikanische Experten und Politiker weitere Terrorschläge gegen die USA. Im ganzen Land sind daher die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt worden. Der neue Minister für Heimatschutz nimmt sein Amt auf.

cn HB WASHINGTON. "Zahlreiche Amerikaner verspüren heute Angst", sagte Präsident George W. Bush in seiner Fernsehansprache an die Nation. Die Regierung werde "starke Vorsichtsmaßnahmen" treffen, versprach Bush. US-Bürger nahmen die neuen Sicherheitsmaßnahmen im öffentlichen Leben, die bereits nach dem Angriff auf Washington und New York am 11. September merklich verschärft worden waren, gelassen auf.

Mitglieder des Geheimdienstausschusses des Senats zeigten sich am Wochenende überzeugt, dass die USA weitere Terrorangriffe zu befürchten hätten. Ausschussmitglied Richard Shelby, republikanischer Senator aus Alabama, sagte, er "rechne fest mit weiteren Attacken". Bob Graham, der demokratische Ausschussvorsitzende, sprach ebenfalls von einem "erhöhten Bedrohung" als Folge der US-Angriffe in Afghanistan. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gab allerdings zu bedenken, dass es keine absolute Sicherheit geben könne: "Man kann nicht jeden Ort zu jeder Zeit gegen jede denkbare oder auch undenkbare Terrorattacke schützen."

Am Dienstag übernimmt der neue Minister für Heimatschutz, der ehemalige Gouverneur von Pennsylvania, Tom Ridge, sein Amt. Er soll die Aktivitäten der mehr als 50 US-Behörden, die für den Zivilschutz zuständig sind, bündeln und neu organisieren. Präsident Bush hatte das neue Amt vor zwei Wochen eingerichtet.

Die Bundespolizei FBI rief alle Sicherheitsorgane der USA zu einem "höchsten Maß an Vorsicht" auf. Das Außenministerium warnte US-Amerikaner im Ausland, dass die Militäraktionen gegen Afghanistan "antiamerikanische Gefühle und Racheakte gegen US-Bürger und US-Interessen zur Folge haben" könnten und verhängte einen "weltweiten Alarm" für US-Einrichtungen.

Vor allem in den Großstädten intensivierten die Behörden ihre Sicherheitsvorkehrungen. In New York durchsuchten Polizisten die Kofferräume aller Autos, die durch einen der zahlreichen städtischen Tunnel fahren wollten. Zusätzliche Polizisten überwachten öffentliche Plätze und stark besuchte Touristenattraktionen. Bürgermeister Rudolph Giuliani kündigte an, die New Yorker müssten sich an die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen gewöhnen: "Dies ist keine Ein-Tages-Veranstaltung." Aber er werde New York auch nicht "vollkommen abschließen", solange es keine konkreten Warnungen vor weiteren Terrorangriffen gebe.

In der US-Hauptstadt Washington, D.C. patroullierten Polizisten in Subwaystationen, mehrere Straßen in der Innenstadt in der Nähe von Weißem Haus und Kapitol wurden geschlossen und Hubschrauber kreisten über der Stadt. Die Polizei von Los Angeles verhängte einen "taktischen Alarm", der alle Polizisten zwingt, auch nach Ende ihrer Schichten in Bereitschaft zu bleiben. Chicago verstärkte die Bewachung der Moscheen und Synagogen.

Der Flugverkehr wurde von den US-Angriffen nicht beeinträchtigt. Die nach den Attacken auf New York und Washington verschärften Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen wurden intensiviert, die von Präsident Bush angekündigte Stationierung von Nationalgardisten an allen US-Flughäfen fortgesetzt. Die Zahl der Patroullienflüge von Militärjets über US-Großstädten und Flughäfen wurde allerdings nicht erhöht, teilte die US-Luftwaffe mit.

Zahlreiche Bundesstaaten und Bundesbehörden verstärkten die Bewachung potenzieller Terrorziele wie Talsperren, Dämme, Verwaltungsgebäude und Tunnel. Das Energieministerium intensivierte die Maßnahmen zum Schutz der über 100 US-Kernkraftwerke gegen Terrorakte. Das Umweltministerium verstärkte die Bewachung von 168 000 öffentlichen Trinkwassersystemen. Das nationale Zentrum für Ansteckungskrankheiten in Atlanta wurde aus Sorge vor einem möglichen Terrorangriff mit biologischen Waffen in Alarmbereitschaft versetzt. Die US-Küstenwache hat die umfangreichste Überwachung von Häfen seit dem Zweiten Weltkrieg entlang der 141 600 Kilometer amerikanischer Küstenlinie eingeleitet.

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