Behörden-Maus
Computer sollen Amtsstuben beleben

Der Gang zum Amt führt für immer mehr Bundesbürger durch die virtuelle Welt. Bundesinnenminister Otto Schily schaltete am Dienstag auf der Computermesse Cebit in Hannover das "Formular-Center" der Bundesverwaltung frei. Die 1000 wichtigsten Anträge vom Kindergeld über die Einkommenssteuer bis zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln können unter www.bund.de nun online abgerufen und bearbeitet werden.

WiWo/dpa Das Dienstleistungsportal des Bundes heißt bund.de. Mehr als 1000 Behörden und Organisationen vom Bundespräsidenten bis zum Zoll sind dort präsent. "Bis 2005 wollen wir 376 Dienstleistungen des Bundes ans Netz bringen", sagt Gerhard Schindler, Leiter der Stabsstelle Moderner Staat im Bundesinnenministerium. Während eGovernment, das elektronische Regieren, bei der Cebit im vergangenen Jahr in einer Saalecke praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit präsentiert wurde, beherrscht das Thema in diesem Jahr einen ganzen Pavillon. Allein der Bund will laut Schily in den kommenden Jahren 1,65 Milliarden Euro investieren, um Breschen für die Computermaus in den Behördendschungel zu schlagen. "Wir haben alle Dienstleistungen des Bundes erfasst und geprüft, welche für das Netz umsetzbar sind", erklärt Schindler. Mit geordneten Verfahren etwa für die 89 verschiedenen Wege bei der Bearbeitung von Anträgen oder die 33 unterschiedlichen Förderangebote sollen künftig 400 Millionen Euro im Jahr eingespart werden. Eine Kommission der Staatssekretäre von Bund und Ländern sowie Vertretern der Kommunen soll dafür sorgen, dass das Wissen auch anderen Verwaltungsstellen zu Verfügung steht. Erste Erfolge sind bereits messbar: "Für den Bildungskredit gehen schon 60 Prozent der Anträge online ein", sagt Ralf Kliendiek, Chef der Projektgruppe BundOnline 2005. Ein nächster Schritt wird eine mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik entwickelte Bezahl-Plattform sein: "Die Bafög-Rückzahlung kann schon komplett über das Netz geregelt werden, jetzt soll auch die Bafög-Auszahlung verwaltet werden." In der Bundesverwaltung wird ein digitaler Dienstausweis erprobt, Vorstufe einer elektronischen Signatur. Neben dem Zugriff auf die Dienstleistungen des Bundes dient www.bund.de als Schnittstelle zu den Angeboten von Ländern und Kommunen. Die Meldebehörde der eigenen Stadtverwaltung oder die heimische Landesregierung sind dort ebenfalls erreichbar. "Bei jeder Umfrage zeigt sich, dass zwei Drittel der Bevölkerung die Dienstleistungen online nutzen wollen", sagte Schindler. "Das zeigt, dass das hier keine mehr Luftnummer ist."

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