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Behörden verfolgen Spuren in arabische Länder

Bei der Fahndung nach den Verantwortlichen der Anschläge in New York und Washington sind die US-Ermittler am Mittwoch ersten Hinweisen nachgegangen.

rtr NEW YORK. Einem Zeitungsbericht zufolge hat die Polizei im US-Bundesstaat Massachussetts fünf Araber im Verdacht, an dem Attentat auf das World Trade Center beteiligt gewesen zu sein. Bei Miami im US-Bundesstaat Florida wurden im Zusammenhang mit den Anschlägen nach lokalen Fernsehberichten ein Durchsuchungsbefehl für eine Wohnung ausgestellt. Der saudiarabische Milliardär Osama bin Laden wies einer Tageszeitung in Pakistan zufolge Vermutungen zurück, er sei der Drahtzieher der Anschläge.

Unter Berufung auf eine ungenannte Quelle berichtete die Zeitung "Boston Herald" am Mittwoch auf ihrer Internetseite, die Behörden hätten einen Mietwagen entdeckt, in dem Flugpläne in arabischer Sprache gefunden worden seien. Die Ermittler seien von einem Bürger auf den Wagen aufmerksam gemacht worden. Dieser sei mit den arabischen Männern in einen Streit geraten, als sie den Wagen parkten. Zwei der Männer seien Brüder, deren Pässe in die Vereinigten Arabischen Emirate zurück verfolgt werden konnten, berichtete die Zeitung weiter. Einer der beiden sei ein ausgebildeter Pilot.

Der Zeitung zufolge vermuten die Ermittler, dass die beiden Brüder an Bord des entführten United-Airline-Flugzeuges gewesen seien, das nach Angaben einer Pilotengewerkschaft in eines der beiden Hochhäuser des World Trade Centers raste. Mindestens zwei weitere Verdächtige seien am Dienstag auf dem Logan-Flughafen in Boston angekommen. Nach Angaben der Zeitung reisten die zwei Verdächtigen über Portland im US-Bundesstaat Maine vor kurzem aus Kanada ein. In Florida gingen die Ermittler den Angaben zufolge ebenfalls Hinweisen im Zusammenhang mit den Passagierlisten der entführten Flugzeuge nach. Die Wohnung oder Wohnungen, die durchsucht würden, gehörten Passagieren, hieß es.

Bin Laden: Habe nichts mit den Anschlägen zu tun

Die pakistanische Tageszeitung "Chabrain" berichtete, Bin Laden habe mitgeteilt, er habe nichts mit den Anschlägen zu tun. "Die terroristische Tat ist die Tat irgendeiner amerikanischen Gruppe", habe Bin Laden nach Angaben von Kreisen gesagt, die ihm nahe stünden, hieß es in der Mittwochausgabe. Bin Laden wird in Afghanistan unter dem Schutz der dortigen radikal-islamischen Taliban-Regierung vermutet. Das Nachbarland Pakistan ist eines der wenigen Staaten, die die Taliban-Regierung anerkannt hat.

Der US-Senator Orrin Hatch bekräftigte die Vermutung, dass Bin Laden hinter den Anschlägen stecke. Unter Hinweis auf führende Geheimdienstmitarbeiter sagte er: "Wir wissen, dass Menschen an Bord eines der Flugzeuge vermutlich mit Bin Laden in Verbindung stehen." Auch Außenamts-Staatsminister Ludger Volmer (Grüne) sagte am Mittwoch in Berlin, es gebe einige Indizien, die auf Bin Laden hinwiesen. Es müsse nach einer Organisation gesucht werden, die monatelang zum Handeln in der Lage sei, ohne Verdacht zu erregen.

Bei den Anschlägen sind vermutlich Tausende ums Leben gekommen. Es war der schwerste Angriff auf die USA, seit der japanische Überfall auf Pearl Harbor sie vor 60 Jahren zum Eintritt in den Zweiten Weltkrieg bewog.

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