Behörden: Zusammenhang mit Alkoholschmuggel möglich
Autobombe in Riad tötet britischen Banker

Ein britischer Bankangestellter ist bei der Explosion einer Bombe in der saudiarabischen Hauptstadt Riad getötet worden.

Reuters RIAD. Die amtliche Nachrichtenagentur SPA meldete unter Berufung auf die Polizei, der Mann habe für die El Bank El Saudi El Fransi gearbeitet. Der Sprengsatz sei vermutlich im Geländewagen des Mannes platziert worden. Aus Sicherheitskreisen verlautete zu den Hintergründen, womöglich stehe die Tat wie bei früheren Anschlägen im Zusammenhang mit Alkoholschmuggel. Alkohol ist in dem moslemischen Königreich streng verboten.

Nach Angaben von Freunden des Getöteten sollte der Mann im Juli nach vier Jahren Aufenthalt in Saudi-Arabien nach London zurückkehren. Dass er in kriminelle Machenschaften verwickelt sei, schlossen Freunde aus. "Das ist unmöglich. Simon war ein hoch angesehener Bankier", sagte ein Freund. Erst am Mittwoch hatte die britische Botschaft in Riad die 30 000 im Land lebenden Briten zur Wachsamkeit aufgerufen.

In den vergangenen Jahren sind mehrere Attentate in dem Erdöl-Land Saudi-Arabien verübt worden. Einige hatten offenbar einen politischen Hintergrund und richteten sich gegen Einrichtungen der US-Armee. Andere wurden von den Behörden in Zusammenhang mit Alkoholschmuggel gebracht. Sieben Bürger aus Ländern des Westens, darunter fünf Briten, sitzen wegen Bombenanschlägen in Haft.

Mehrere Anschläge seit 1995

Im November 1995 wurden fünf US-Bürger und zwei Inder getötet, als nahe eines US-Ausbildungslagers eine Bombe explodierte. Im Juni 1996 starben 19 US-Soldaten bei der Explosion eines Öltanklasters in einer Unterkunft des US-Militärs in El Chobar. Bei der Zündung einer Autobombe wurden zudem im November 2000 ein britischer Ingenieur getötet und seine Frau verletzt. Nach mehreren Anschlägen mit Verletzten wurden im Oktober 2001 zwei Ausländer, darunter ein Amerikaner, in der Stadt Chobar getötet.

Vor wenigen Tagen gab Saudi-Arabien die Festnahme von sieben mutmaßlichen El-Kaida-Mitgliedern bekannt. Sie sollen in dem Königreich Anschläge geplant haben. Die USA machen den Moslem-Extremisten Osama bin Laden und dessen El Kaida für die Anschläge auf das World Trade Center in New York und das Verteidigungsministerium bei Washington am 11. September verantwortlich. Bin Laden stammt aus Saudi-Arabien; ihm ist die Staatsbürgerschaft aber 1994 entzogen worden. Zuletzt hatten ihm die Taliban in Afghanistan Unterschlupf gewährt.

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