Bei Anschlag Gefahr einer Kernschmelze
Atommeiler nicht ausreichend gegen Abstürze geschützt

Atomkraftwerke sind nach Einschätzung des Vorsitzenden der Reaktorsicherheitskommission, Lothar Hahn, nicht gegen Anschläge mit Passagiermaschinen geschützt.

ap MAINZ. "Man kann sich leicht vorstellen, dass es bis zu einer Kernschmelze reichen könnte, wenn die Zerstörungen groß genug sind, sprich wenn das Flugzeug eine ausreichend große Masse hat", sagte Hahn am Freitag im Mainzer Radiosender RPR. Ein derartiger Absturz könne eine "weit reichende Verstrahlung" auslösen.

Hahn sagte dem Sender, ein Teil der deutschen Reaktoren sei Ende der 70er Jahre so gebaut worden, dass sie dem Absturz eines Kampfflugzeuges Stand halten könnten. Atommeiler älterer Bauart seien selbst für diese Fälle nicht gewappnet. Gegen die erheblich größere Masse eines voll getankten Passagierflugzeugs gebe es jedoch praktisch keinen Schutz. Dies gelte im übrigen auch für andere sensible Anlagen wie beispielsweise Chemiefabriken.

Nach den Terroranschlägen auf die USA sorgt sich auch die schleswig-holsteinische Landesregierung laut einem Zeitungsbericht um die Sicherheit der Atomkraftwerke in dem Bundesland. Wie das "Hamburger Abendblatt" (Freitagausgabe) berichtet, forderte die Landesregierung von den Betreibern der drei schleswig-holsteinischen Kernkraftwerke schriftliche Berichte über die Sicherheit der Reaktoren gegen Anschläge mit großen Verkehrsflugzeugen an.

Der hessische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte am Freitag von der hessischen Landesregierung mit Verweis auf die Gefahr von Terroranschlägen die umgehende Stilllegung des Atomkraftwerks Biblis A.

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