Bei Daimler-Chrysler steht offenbar eine Dividendenkürzung bevor: Telekom und Daimler-Chrysler belasten Dax

Bei Daimler-Chrysler steht offenbar eine Dividendenkürzung bevor
Telekom und Daimler-Chrysler belasten Dax

Die Deutsche Telekom und Daimler-Chrysler belasten den Dax. Das deutsche Aktienbarometer verlor bis zum späten Montagnachmittag 1,46 % auf 5 022 Zähler.

Reuters FRANKFURT. Belastet von deutlich schwächeren Notierungen bei den Indexschwergewichten Deutsche Telekom und Daimler-Chrysler hat der Deutsche Aktienindex (Dax) zum Wochenauftakt weiter nachgegeben. Insgesamt verlaufe das Geschäft sehr schleppend. Die schlechte Stimmung am Markt werde zusätzlich von Spekulationen um eine Dividendenkürzung bei Daimler-Chrysler getrübt, sagten Aktienhändler.

"Der Markt ist lethargisch", sagte ein Börsianer. Insbesondere institutionelle Anleger hielten sich zurück. "Das Kursniveau ist zu tief zum Verkaufen und zu hoch zum Kaufen", sagte ein anderer Händler. Schwächer notierten zudem die Commerzbank und Preussag. Auch der Neue Markt und die Nebenwerte im Mdax gaben am Montag nach.

Der Dax verlor bis zum späten Montagnachmittag 1,46 % auf 5 022 Zähler, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 um 2,02 % auf 1 124 Punkte sank. Der Nebenwerte-Index MDax lag 0,67 % im Minus bei 4 405 Stellen. Bereits am Freitag hatten die Börsen leicht schwächer geschlossen.

Die Liste der Kursverlierer im Dax führte am Montag der Touristikkonzern Preussag an, deren Titel sich um 4,11 % auf 33,37 Euro verbilligten. Börsianer machten Gewinnmitnahmen hierfür verantwortlich. Preussag-Titel haben seit Jahresbeginn knapp 23 % zugelegt, während der Dax mehr als 2 Prozent verlor.

Rund 4 Prozent schwächer tendierten auch die T-Aktien. Das Bundeskartellamt hatte am Wochenende seine Bedenken gegen den geplanten Verkauf des TV-Kabelnetzes an Liberty Media bekräftigt. Die Wettbewerbshüter hatten dem US-Konzern allerdings weiter die Möglichkeit für Verbesserungsvorschläge eingeräumt. Das Geschäft hätte ein Volumen von 5,5 Mrd. Euro. "Das ist eine erste Situation für die Telekom. Die Zeit rennt weg, und die Telekom braucht den Deal mehr als Liberty", sagte Fondsmanager Joseph Scarfone von Frankfurt Trust.

Die Aktien von Daimler-Chrysler verbilligten sich um fast 2 Prozent auf 45,71 Euro. Der Automobilhersteller wird nach Angaben aus Firmenkreisen die Dividende für 2001 aller Voraussicht nach kürzen. Ein Firmensprecher lehnte eine offizielle Stellungnahme dazu ab. Analysten rechnen im Schnitt mit einer Dividende von 1,58 Euro je Aktie.

Commerzbank -Titel fielen um 1,50 % auf 18,99 Euro. Das Bankhaus hat im Jahr 2001 einen drastischen Gewinneinbruch verzeichnet, aber noch schwarze Zahlen geschrieben. Das Vorsteuerergebnis liege bei 37 Mill. Euro nach 2,234 Mrd. Euro im Jahr zuvor, teilte die Bank mit. Der optimistische Ausblick auf das laufende Jahr verhindere einen Absturz der Aktie, sagte ein Händler. Angesichts eingeleiteter Restrukturierungsmaßnahmen erwartet die Commerzbank 2002 eine spürbare Verbesserung der Ergebnislage.

Bei der Deutschen Bank realisierten viele Anleger, dass die am vergangenen Donnerstag bekannt gegebenen Zahlen nicht zufrieden stellend seien, sagten Händler. Jetzt laste der Druck auf der Aktie, der eigentlich schon in der vergangenen Woche hätte aufkommen müssen. Die Titel fielen um 3,46 % auf 70,07 Euro.

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