Bei der Struktur das gesamte Vermögen berücksichtigen: Das Gesamtvermögen im Blick behalten

Bei der Struktur das gesamte Vermögen berücksichtigen
Das Gesamtvermögen im Blick behalten

Wer als Fondsanleger einige Grundregeln berücksichtigt, schützt sich vor bitteren Enttäuschungen.

Fonds sind eine feine Sache, weil sie die Anlage selbst in weit entlegene oder hochkomplizierte Märkte auf einfache Art ermöglichen. Aber ein paar strategische Überlegungen sind dennoch empfehlenswert.

Wichtig ist die Struktur des gesamten Vermögens. Dazu gibt es eine Grundregel: Je risikofreudiger der Anleger und je länger sein Anlagehorizont, desto höher darf der Aktienanteil sein. Nur auf Aktien zu setzen, dürfte leichtsinnig sein - das hat nicht zuletzt der im Jahr 2000 geplatzte Börsenboom gezeigt. Ganz darauf zu verzichten, wäre angesichts der niedrigen Zinsen aus Renditegesichtspunkten auch nur wenig sinnvoll. In vielen Fällen dürfte ein Aktienanteil zwischen 30 und 70 Prozent sinnvoll sein (die Grafik zeigt einen ausgewogenen Depotvorschlag).

Wer neues Vermögen anlegt, sollte schauen, was er bereits hat, und diese Werte in der Struktur mit berücksichtigen. Zum Beispiel ist es nicht sehr sinnvoll, Immobilienfonds zu kaufen, wenn man bereits ein hohes Immobilienvermögen besitzt.

Die ausgewählten Fonds müssen zueinander passen. Zum Beispiel ist es möglich, Aktienfonds aus verschiedenen Ländern zu kombinieren oder ein Depot mit unterschiedlichen Branchenfonds aufzubauen. Wer aber Länder- und Branchenfonds bunt durcheinander mischt, schafft sich unbemerkt "Klumpenrisiken": Eine Aktie wie Nokia dürfte stark in einem europäischen Aktienfonds wie auch in einem Technologiefonds enthalten sein.

Dachfonds, die wiederum andere Fonds kaufen, oder eine Vermögensverwaltung per Fonds haben für den Anleger den Vorteil, dass er automatisch eine bestimmte Risikomischung bekommt. Das heißt aber nicht, dass sie tatsächlich immer bessere Ergebnisse liefern als zum Beispiel ein einfacher, international streuender Aktienfonds.

Wichtig ist der Stil des Fonds: Setzt er vorzugsweise auf Wachstumsunternehmen (Growth-Ansatz) oder auf traditionelle, unterbewertete Aktien (Value-Ansatz)? Ein Depot sollte Fonds aus beiden Lagern beinhalten - oder solche, die beide Stile kombinieren.

Eine Alternative zu aktiv gemanagten Fonds können Indexfonds sein, die lediglich einen bestimmten Aktienindex abbilden. Auf lange Sicht liefern sie oft bessere Ergebnisse als aktive Fonds. In Krisenzeiten sacken sie häufig stärker ab, dafür sind sie nach der Krise beim Aufschwung von Anfang an dabei. Statt mit Fonds kann man einen Index aber auch über Zertifikate kaufen, die häufig noch kostengünstiger sind.

Um ein langfristiges Vermögen anzusparen, eignen sich vor allem Aktienfondssparpläne. Die Fondsbranche preist dabei gern den Durchschnittskosten-Effekt: Mit gleichmäßigen Monatsraten kauft der Anleger in schwachen Börsenzeiten relativ viele Anteile und in starken Zeiten relativ wenige, so dass er im Schnitt einen günstigen Einkaufskurs bekommt. Dieser Effekt wirkt aber auch umgekehrt, wenn sich der Anleger sein Geld später per Auszahlungsplan wieder zurückholt.

Wichtig sind auch steuerliche Komponenten. Grundsätzlich sind Aktienfonds steuerlich recht günstig. Es gibt aber auch spezielle steueroptimierte Fonds mit Rentenpapieren. Bei Immobilienfonds sind ebenfalls in der Regel die Erträge zum Teil steuerfrei.

Vorsicht bei ausgefallenen Fonds, die einen heißen Trend verfolgen oder auf eine besonders spannende Einzelbranche setzen. Sie werden häufig erst dann auf den Markt gebracht, wenn der Trend schon vorbei ist und die entsprechenden Papiere zu teuer sind.

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