Bei einer Laufzeit von fünf Jahren fährt der Anleger mit Anleihen besser
Rentenfonds-Sparpläne haben die Nase vorn

Langfristig sind Anleger mit Sparplänen auf Aktienfonds am besten gefahren - doch für den Fünf-Jahres-Zeitraum hat sich das Blatt gewendet. Hier liegen die Rentenfonds vorn. Dies zeigt eine Studie des Fondsresearchunternehmens Feri Trust. über die beste Strategie für die Zukunft streiten sich die Experten.

FRANKFURT/M. Der Kurssturz an den Börsen zehrt an den Renditen der Aktienfonds-Sparpläne. über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg waren Anleger mit Sparplänen auf Rentenfonds besser bedient. Dies zeigt eine Studie der Bad Homburger Fondsresearchfirma Feri Trust. Sie hat Produkte untersucht, die bereits seit 20 Jahren am Markt sind. In einer Statistik hat Feri Trust die besten Fonds in den Kategorien Renten Welt, Aktien Welt, Aktien Europa und Aktien Deutschland aufgelistet.

über den langen Zeitraum von 20 Jahren hinweg schneiden die weltweit anlegenden Aktienfonds am besten ab. Ganz vorn liegt der DWS VermögensbildungsfondsI der deutschen Bank- Tochter DWS. Aus einem eingezahlten Betrag von 24 000 Euro wurden über zwei Jahrzehnte hinweg 88 804 Euro. Auf Platz zwei kommt der Templeton Growth Fund des Investmenthauses Franklin Templeton mit 84 226 Euro. Gute Ergebnisse erzielten auch der auf europäische Aktien spezialisierte M&G European Fund A der Gesellschaft M&G sowie der auf deutsche Standardwerte setzende DWS Investa. Sie erreichten am Ende der Laufzeit 68 684 bzw. 68 667 Euro. Deutlich abgeschlagen hingegen sind im Zwanzig- Jahres-Vergleich die Rentenfonds. Das beste Produkt, der Internationale Rentenfonds des Deutschen Investment Trust, kommt auf im Vergleich zu den besten Aktienfonds bescheidene 56 006 Euro.

Doch schon bei Sparplänen über zehn Jahre hinweg schlagen die Anleiheprodukte viele Aktienfonds. Wie stark der Kursrutsch die Renditen der letzteren belastet, zeigt der Fünf- Jahres-Vergleich. Hier haben Sparplananleger, die ihr Geld in Rentenfonds gesteckt haben, die Nase vorn: Als bestes Produkt machte der Internationale Rentenfonds des Dit aus Einzahlungen von 6000 Euro in fünf Jahren 7050 Euro.

Viel Geld verloren

Bei den Aktienfonds hat die zweieinhalbjährige Baisse an den Märkten dafür gesorgt, dass sich der Wert der Einzahlsumme teilweise deutlich verringert hat. Am schlechtesten schnitten die Aktienfonds für europäische und deutsche Standardwerte ab. Der Fonds Industria vom Dit kam auf 4321 Euro, der DWS Investa auf 4386 Euro. Anleger, die Ende 1997 einen Sparplan auf Aktienfonds begonnen haben, haben also trotz der bis März 2000 dauernden Kursrally bis heute deutlich Geld verloren - selbst mit Fonds, die zu den besten ihrer Kategorie gehören.

Dennoch rät Adriaan Bonauer, Analyst beim deutschen Ableger der Fondsresearchfirma Morningstar, den Anlegern zum Durchhalten. "Fondssparpläne sind eine der wenigen Anlagen, die ich den Leuten momentan empfehle", sagt er. Mit Sparplänen erziele der Anleger den so genannten "Cost- Average"-Effekt: Wer in regelmäßigen Zeitabständen einen gleich bleibenden Geldbetrag in Fonds investiert, erwirbt sowohl in Baisse- als auch in Hausse- Phasen Wertpapiere. Wenn es an der Börse schlecht aussieht, erhält der Anleger mehr Anteile für die selbe Geldsumme. Somit verhält er sich automatisch antizyklisch. Mit einer Einmalanlage steigt der Anleger hingegen zu einem bestimmten Termin ein und verteilt die Anlagesumme zeitlich nicht.

Bonauer rät, kleinere Raten einzuzahlen und die Spargelder auf mehrere Fonds zu verteilen. "Außerdem sollten sich Sparer einen langen Anlagehorizont setzen - mindestens zehn Jahre, noch besser sind zwanzig", sagt er. Wer so lange durchhalte, solle Aktien- den Vorzug vor Rentenfonds geben. Denn der "Cost-Average"-Effekt entfalte seine wahre Wirkung erst mit volatileren Produkten. Letzten Endes solle sich der Anleger allerdings auch beim Ratensparen überlegen, welches Risiko er eingehen wolle. "Auch bei Sparplänen sind die Schlussphase und der Zeitpunkt des Ausstiegs entscheidend", sagt er.

Andere Marktbeobachter wie Wieland Staud von Staud Research sind weniger optimistisch. Denn wenn die Aktienkurse weiter stetig fallen, verlieren die Anleger auch mit Sparplänen ihr Geld - und wie hoch die Kurse danach wieder klettern, ist ungewiss. "Ich würde jetzt keinen Aktienfonds-Sparplan abschließen oder haben wollen", sagt Staud. Er rät Anlegern, ihre Sparpläne "zu überdenken". Auf Jahre hinweg gebe es an den Aktienmärkten wenig zu verdienen. "Ein Dax von 8000 ist bis zum Jahr 2010 völlig aus der Welt", sagt Staud.

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