Bei Entwicklungsauftrag
Berufsfotograf muss sich zu erkennen geben

Wer mit Fotos Geld verdienen will, sollte das dem Fotolabor bei Erteilung des Entwicklungsauftrags mitteilen. Nach einem Urteil des Saarländischen Oberlandesgerichts (OLG) Saarbrücken steht nur einem Profi bei unsachgemäßen Entwicklung Schadensersatz zu.

dpa/HB SAARBRÜCKEN. Das Interesse eines Amateurs an schönen Fotos sei gesetzlich nicht geschützt, er habe allenfalls Anspruch auf Ersatz der Materialkosten.

Das Gericht hob mit seinem grundlegenden Urteil eine Entscheidung des Landgerichts Saarbrücken auf und wies die Klage einer Fotografin ab. Die Frau hatte während einer USA-Reise Naturaufnahmen gemacht, die sie verkaufen wollte. Bei der Erteilung des Entwicklungsauftrags hatte sie dem Fotolabor allerdings nicht mitgeteilt, dass sie als Berufsfotografin tätig sei. Bei der Entwicklung der Filme wurden sämtliche 3210 Einzeldias beschädigt. Die Klägerin verlangte Verdienstausfall von rund 5 500 Euro.

Anders als das Landgericht sah das OLG keinen Rechtsgrund für den Anspruch. Das Fotolabor habe nicht damit rechnen müssen, neben den Materialkosten für die beschädigten Filme auch Schadensersatz leisten zu müssen. Ein Berufsfotograf, der sich nicht als Profi zu erkennen gebe, sei daher nicht anders zu behandeln als jeder Amateur, heißt es in dem in der Zeitschrift "OLG-Report" veröffentlichten Urteil.

Az.: 1 U 110/02 - 23

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