Bei geringem Umsatz
Deutsche Aktien geben weiter nach

Die deutschen Aktien haben am Mittwoch bei dünnen Umsätzen weiter nachgegeben, was Händler unter anderem auf enttäuschende Quartalsergebnisse und Ausblicke einiger US-Firmen zurück führten. Das Geschäft am Markt werde aber vor allem von Positionsbereinigungen bestimmt, hieß es.

Reuters FRANKFURT. Einige Anleger wollten zudem aus steuerlichen Gründen Verluste realisieren. Angesichts des bevorstehenden Verfallstermins an den Terminmärkten werde es in den kommenden Tagen wohl Kursschwankungen geben. Die Aktie der Deutschen Telekom fiel um 1,8 %, nachdem die Telekom weitere Wertberichtigungen auf das Immobilienvermögen angekündigt hatte.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am frühen Nachmittag mit 4 961 Punkten 1,57 % unter seinem Vortagesschluss. Der Nemax50 fiel um 2,99 % auf 1 180 Zähler und der Nebenwerte-Index MDax 0,2 % auf 4 183 Stellen. Am Dienstag hatte der Dax nach verhaltenen Konjunkturprognosen der Europäischen Zentralbank 0,6 % nachgegeben, nachdem er zum Wochenbeginn im Zuge eines freundlicheren Ifo-Geschäftsklimaindex noch 3,2 % gestiegen war.

"Die Vorgaben (der US-Börsen) waren gar nicht so schlecht", sagte ein Händler am Mittwoch. Aber die nachbörslichen Nachrichten von Motorola und Micron würden die Technologiewerte belasten. Motorola hatte nach US-Börsenschluss mitgeteilt, 2002 einen Umsatzrückgang zu erwarten und weitere 9 400 Stellen streichen. Micron war im laufenden Quartal bei einem deutlichen Preisrückgang für Speicherchips in die Verlustzone gerutscht. Der Dow-Jones-Index hatte am Dienstag rund ein Prozent fester bei 9 998 Zählern und der technologielastige Nasdaq-Index 0,87 % höher bei 2 004 Punkten geschlossen.

Dreifacher Verfallstermin steht bevor

Unter den deutschen Technologiewerten verloren Epcos 3,42 % auf 55,68 Euro, Infineon 2,61 % auf 23,55 Euro und Siemens 2,8 % auf 69,24 Euro. Die Aktien von SAP fielen um 2,99 % auf 145,24 Euro. Der Softwarekonzern hatte zuvor einen Zeitungsbericht dementiert, nachdem das Unternehmen die Begebung einer Milliarden-Wandelanleihe plant.

Die Aktien des Indexschwergewichtes Deutsche Telekom gaben 1,75 % auf 19,05 Euro nach. Börsianer führten die Kursschwäche unter anderem darauf zurück, dass der Konzern den Wert seines Immobilienvermögens um weitere 900 Mill. DM reduziert habe. Der Buchwert der Immobilien betrage nun 8 Mrd. DM, teilte das Unternehmen mit. "Was den Kurs sicherlich belastet, ist, dass eigentlich niemand im Moment mit einer weiteren Reduzierung des Wertes gerechnet hat", sagte ein Analyst.

Der bevorstehende dreifache Verfallstermin der Index-Futures sowie der Aktien- und Index-Optionen beeinflusst nach Aussagen von Börsianern auch die Kursentwicklung am Aktienmarkt. Während der so genannte Große Hexensabbat am Montag für Käufe gesorgt habe, sorge er nun für Verkäufe.

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