Bei geringen Umsätzen
Europäische Börsen zeigen leichtere Schlusstendenzen

Unter Abgabedruck standen europaweit die Hochtechnologiewerte, was Händler mit der trüben Stimmung für den Sektor begründeten.

Reuters. Die europäischen Börsen haben am Mittwoch bei geringen Umsätzen leichter geschlossen. Händler sagten, dass notwendige Impulse von den US-Börsen gefehlt hätten. Wegen eines Feiertags blieb die Wall Street an diesem Mittwoch geschlossen. Unter Abgabedruck standen europaweit die Hochtechnologiewerte, was Händler mit der trüben Stimmung für den Sektor begründeten.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz verlor bis zum Abend 0,6 Prozent auf 4 038 Punkte, der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gab um 0,7 Prozent auf 4 213 Punkte nach.

LONDON - Indexschwergewicht Vodafone drückt FTSE

An der Londoner Börse wurde der Gesamtmarkt Händlern zufolge vor allem von den Verlusten des Schwergewichtes Vodafone belastet. Die Telekom-Aktie verlor 2,8 Prozent auf 157 Pence, nachdem die spanische Banco Santander Central Hispanico (BSCH) die Reduzierung ihrer Beteiligung an dem Telekom-Konzern auf 1,62 Prozent von 2,71 Prozent angekündigt hatte. Auch die anhaltend schlechte Stimmung für Telekom - und Hochtechnologie-Werte habe der Aktie geschadet, hieß es. Der FTSE gab um 0,7 Prozent auf 5 600,5 Punkte nach. Händlern zufolge führte eine bevorstehende Marconi-Ankündigung zu zusätzlicher Zurückhaltung vieler Anleger. Händler gehen davon aus, dass Marconi eine Gewinnwarnung aussprechen wird. Die Aktie wurde wegen der Ankündigung nicht gehandelt. Bei den Technologiewerten verbuchten Baltimore ein Minus von 5,66 Prozent auf 23,3 Pence.

ZÜRICH - Swissair im Mittelpunkt

Schwach ging die Züricher Börse aus dem Handel. Der Index der an der "virt-x" gehandelten Standardwerte SMI schloss um 0,93 Prozent tiefer auf 7 175,3 Punkten. Swissair gehörten zu den wenigen Werten, die nach einem leichteren Start deutlich anzogen und rund zwei Prozent fester auf 101,50 sfr schlossen. Händler sprachen von Deckungskäufen, die die Aktie angetrieben hätten. Der zweite Wert, der im Blickpunkt stand, war die Bank Sarasin. Die Aktie stieg über zehn Prozent auf 4 775 sfr. Händler verwiesen auf Spekulationen, wonach UBS ein Interesse an Sarasin haben könnte. Beide Banken lehnten einen Kommentar ab.

PARIS - Nach Anfangsgewinnen leichter

In Paris rutschte die Börse nach anfänglichen Gewinnen ins Minus. Der CAC-40 verlor 0,6 Prozent auf 5 175 Punkte. Am stärksten unter Druck stand Telekom-Ausrüster Alcatel, der unter dem Eindruck der bevorstehenden Marconi-Ankündigung um 7,5 Prozent einbrach. Ebenfalls deutlich schwächer tendierten Thomson Multimedia, die sich um 6,5 Prozent verbilligten.

MAILAND - Mib30 folgt Europa-Trend

Die italienischen Aktien sind den anderen europäischen Börsen in negatives Territorium gefolgt. Der Mib-30 lag zuletzt um 0,41 Prozent niedriger bei 37 557 Punkten. Thema des Tages waren nach Angaben von Börsianern Fusionsspekulationen. Medienberichten zufolge verhandelt Mediobanca eventuell mit Uni-Credito über eine Fusion. Dadurch wolle sich die Bank und ihre Beteiligungen vor Übernahmen schützen, hieß es in den Medienberichten. Mediobanca stiegen um 2,5 Prozent auf 13,69 Euro, während Uni-Credito um 2,56 Prozent auf 4,87 Euro sanken.

MADRID - Argentinien-Nachrichten belasten

Die Madrider Börse wurde Marktteilnehmern zufolge von den schlechten Nachrichten aus Argentinien belastet. Gerüchten zufolge plant der argentinische Präsident Fernando de la Rua seinen Rücktritt. Spanische Unternehmen sind traditionell stark in Lateinamerika engagiert. Der Ibex verlor 1,5 Prozent auf 8 885 Zähler. Das Schwergewicht Telefonica büßte 1,8 Prozent auf 14,81 Euro ein. Die zwei in Lateinamerika engagierten Großinvestoren Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) und Banco Santander Central Hispanico (BSCH) litten ebenfalls unter der politischen Krise des südamerikanischen Landes. BBVA verringerten sich um gut drei Prozent und BSCH um 2,9 Prozent auf 10,68 Euro.

AMSTERDAM - Blick auf KLM

Der Amsterdamer Börse schloss knapp behauptet. Der AEX-Index gab um 0,11 Prozent auf 575,65 Punkte nach. Händler sprachen von einem lustlosen Geschäft und äußerst mageren Umsätzen. Insbesondere die Hochtechnologie-Werte hätten unter Abgabedruck gestanden, sagten Börsianer. Im Mittelpunkt des Handelsgeschehens standen die Aktien von KLM. Das Papier verlor 4,1 Prozent auf 20,10 Euro. Die Fluggesellschaft hatte zuvor eine Gewinnwarnung veröffentlicht.

WIEN - Wienerberger im Plus

Die Wiener Börse schloss gegen den europäischen Trend fester. Der ATX-Index legte um 0,65 Prozent auf 1 206,91 Punkte zu. In einem insgesamt eher lustlosen Markt standen nach Händlerangaben die Wienerberger-Aktien im Mittelpunkt des Börsengeschehens. Gerüchten zufolge erwarte man ein Angebot Wienerbergers für das zum Verkauf stehende Ziegelgeschäft der britischen Hanson-Gruppe, sagten Börsianer. Wienerberger sagte Reuters gegenüber, dass man zu diesem Gerücht derzeit keine Stellungnahme abgeben wolle. Die Aktie schloss um 6,85 Prozent höher bei 21,05 (19,70) Euro.

BRÜSSEL - Kaum verändert

In Brüssel schloss die Börse kaum verändert. Der Bel-20 verringerte sich um moderate 0,19 Prozent auf 2 881,20 Punkte. Nach einer Herabstufung stürzten Telindus 14,3 Prozent auf ein Dreieinhalb-Jahres-Tief von 8,61 Euro. Damit war der Hochtechnologie-Wert größter Verlierer an der Brüsseler Börse. Gegen die allgemeine Markttendenz konnten sich die index-schwergewichtigen Fortis mit einem Plus von 2,09 Prozent auf 29,30 Euro stemmen. Ein Händler sagte, der Finanztitel habe einen wichtigen Widerstand bei 29,0 Euro überwunden.

STOCKHOLM - Ericsson und Nokia mit Verlusten

Belastet von den deutlichen Verlusten der Schwergewichte Ericsson und Nokia notierte die Stockholmer Börse am Abend sehr schwach. Der OMX fiel um 2,01 Prozent auf 871,90 Zähler. Ericsson verbilligten sich um vier Schwedische Kronen (skr) auf 57,0 skr und Nokia um sieben skr auf 235,0 skr.

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