Bei Getrieben künftig gemeinsame Produktion mit Nissan
Mitsubishi Motors will seine Ertragsprognose halten

Trotz der Verschlechterung des weltwirtschaftlichen Umfelds will der japanische Automobilhersteller Mitsubishi Motors wie angekündigt zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres wieder Gewinne schreiben. Mitsubishi-Vizepräsident Rolf Eckrodt hält eine längere Eintrübung in den USA für unwahrscheiblich.

TOKIO. "Das Ziel, im operativen Geschäft im Rechnungsjahr 2001/02 (31. März) den Break-Even-Point zu erreichen, steht nach wie vor", betont Mitsubishi-Vizepräsident Rolf Eckrodt im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der frühere Daimler-Manager äußert sich auch optimistisch über die weitere Entwicklung in den Vereinigten Staaten, wo nicht mit einem dauerhaften Nachfrageeinbruch zu rechnen sei. Daimler-Chrysler hält gut 37 % der Mitsubishi-Anteile.

In den USA sei es bei allen Herstellern im September zu einem Absatzrückgang von weniger als 10 % gekommen. Eckrodt bezeichnet dies als "ein kurzfristiges Abtauchen". Damit sei, so der Automobilmanager weiter, eine Revision der Umsatz- und Ertragsplanung für den US-Markt nicht erforderlich.

Eckrodt rechtfertigt den Einstieg des Daimler-Konzerns bei den Japanern. "Die Beteiligung an Mitsubishi war für Daimler-Chrysler strategisch und taktisch der richtige Einstieg. Wir sind damit im Vergleich zu den anderen großen Automobilunternehmen in Asien am besten positioniert", so Eckrodt. Der Anteil dieser Region am Gesamtabsatz in der Allianz mit Daimler-Chrysler liege heute bei mehr als 13 %, während die Konkurrenten General Motors, Ford und auch Volkswagen "bei weit unter zehn Prozent" lägen. Zusätzlich wird zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eine Produktion in China "geprüft". Beispielsweise sei die Nutzung des Daimler-Chrysler-Werkes in Peking möglich.

Die Problemregion ist weiterhin Europa, wo Mitsubishi nicht die erforderlichen Produkte besitzt und die Lieferungen aus Japan vor allem wegen des Yen-Kurses kostenmäßig nicht wettbewerbsfähig seien. Eckrodt: "Dies muss geändert werden. Wir wollen ein europäischer Player bleiben und Gewinne erzielen, was gegenwärtig kein japanischer Hersteller schafft. In 2003 werden wir aber den Break Even Point erreichen." Wichtigster Baustein ist dabei die Fertigung eines neuen Kleinwagens zusammen mit Daimler-Chrysler ( "Z-Car"), der von 2004 an im niederländischen Born von den Bändern laufen soll. Mit diesem Mini will Mitsubishi einen neuen Anlauf im Segment der Kleinwagen starten.

Außerdem soll das Produktsortiment durch eine breites Angebot von Diesel-Versionen der Marktlage angepasst, das Händlernetz "renoviert" und auf Großhandelsebene die Allianz mit Daimler-Chrysler umfassend genutzt werden.

Im Gegensatz zu den Erfolgen bei der angestrebten Kostensenkung um 1 Mrd. Euro im ersten Jahr des Erneuerungsprozesses bei Mitsubishi Motors ist Eckrodt mit den Fortschritten bei der Rückführung der Fremdverschuldung nicht zufrieden. Dies müsse "aggressiver angegangen" werden. Die Verschuldung soll zu weiten Teilen durch den Verkauf von Randgeschäftsfeldern an Zulieferer gesenkt werden.

Am Donnerstag verkündete Mitsubishi eine Zusammenarbeit mit dem japanischen Konkurrenten Nissan Motor. Mitsubishi wird nach eigenen Angaben seine Getriebefertigung in die Nissan-Getriebetochter einbringen. Der Börsengang wäre eine Möglichkeit für das neue Gemeinschaftsunternehmen, das Mitte kommenden Jahres gegründet werden solle, sagte Nissan-Präsident Carlos Ghosn in Tokio. Jatco werde bis zu vier Millionen Getriebe pro Jahr herstellen. Mitsubishi wird eigenen Angaben zufolge eine 20-prozentige Minderheitsbeteiligung an Jatco halten.

Bei den Zulieferern besteht nach den Worten Eckrodts ein enormer Handlungsbedarf, da sie bislang noch nicht die volle Verantwortung trügen. Sie müssten ihr gesamtes Profil ändern, Entwicklungskapazitäten aufbauen und komplexe Bauteile eines Autos anbieten. Mitsubishi Motors könne es durch eine bessere Zusammenarbeit mit den Zulieferern schaffen, sich zu einem markt- und kundenorientierten Unternehmen "mit einem originären Gesicht" zu wandeln. Bislang sei Mitsubishi zu sehr Nachahmer anderer Unternehmen gewesen.

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