Bei Gewinn auf Kurs
Postbank macht dem Vertrieb Beine

Die Postbank steigt in den mobilen Vertrieb f_ ür Bank- und Versicherungsprodukte ein und setzt - anders als ihre Wettbewerber - dabei auf das Know-how eines ausländischen Partners. Die "Postbank Vermögensberatung AG" werde ab Januar 2003 zunächst mit rund 100 Beratern starten und solle mittelfristig etwa 40 000 der etwa zehn Mill. Postbank-Kunden erreichen, teilte das Institut am Montag in Frankfurt mit.

Reuters FRANKFURT. Bankchef Wulf von Schimmelmann äußerte sich außerdem vorsichtig optimistisch über die Ergebnisentwicklung des Postbank-Konzerns und stellte für 2002 einen Gewinn über Vorjahresniveau in Aussicht.

Die Berater kommen von zwei Tochtergesellschaften der Credit Suisse (Deutschland) AG, die die Postbank übernommen und dann in die Post Vermögensberatung AG umfirmiert hat. Zum Kaufpreis machte Schimmelmann keine direkten Angaben, sprach aber von einem sehr niedrigen Goodwill, der für die Credit Suisse Asset Advisory AG und die CS Direct GmbH aktiviert werde. In Bankenkreisen hieß es, die Transaktion dürfte ein Volumen im einstelligen Millionen-Euro-Bereich haben.

Postbank sieht sich beim Ergebnis auf Kurs

Ab Ende 2005 will die Postbank mit ihrem mobilen Vertrieb erstmals schwarze Zahlen schreiben und dann rund 300 Berater beschäftigen. Bei der Gewinnentwicklung sieht Schimmelmann den Postbank-Konzern in diesem Jahr weiter auf Kurs: "Ich bin nach wie vor positiv optimistisch und gehe davon aus, dass wir unsere Vorjahresergebnisse übertreffen werden." 2001 hatte die Postbank 343 Mill. Euro vor Steuern verdient und einen Jahresüberschuss von 190 Mill. Euro ausgewiesen.

Schimmelmann machte deutlich, dass sich das neue Angebot an die vermögensbildenden Kunden mit einem Anlagevolumen von mehr als 25 000 Euro oder einem Haushaltseinkommen von mehr als 3 000 Euro netto richtet. "Wir werden das Hauptgewicht nicht auf das umkämpfte Segment der Vermögenden oberhalb der 500 000-Euro-Schwelle legen", sagte er.

Vertrieb soll Angebot nach oben hin abrunden

Die Berater werden den Angaben zufolge außer Investmentfonds der Postbank und anderer Anbieter auch die Direktanlage in Aktien, Renten, Zertifikaten und Optionen anbieten. Geschlossene Fonds sowie Kapital- und Risikolebensversicherungen gehören ebenso zum Angebot. Die Postbank sieht den neuen Vertriebsweg keineswegs als Konkurrenz zu ihrem Filialnetz. "Der Filialvertrieb ist und bleibt der wichtigste Kanal für unsere Kunden und für uns. Der mobile Vertrieb wird die starke Ergänzung und nicht dessen Konkurrenz", sagte Schimmelmann.

Die deutschen Filialbanken haben ihren mobilen Vertrieb in den vergangenen Monaten deutlich gestärkt. So verkauft die Deutsche Vermögensberatung AG seit März für die Deutsche Bank Investmentfonds und Bankprodukte. Bei der Allianz bieten Versicherungsberater auch Produkte der Banktochter Dresdner Bank an und die Commerzbank hat schon seit Jahren eine Vertriebspartnerschaft mit der Versicherungsgruppe AMB Generali.

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