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Bei Karstadt-Quelle zeichnet sich noch keine Einigung ab

Wenige Stunden vor der für den Donnerstagnachmittag angesetzten Aufsichtsratssitzung des Karstadt-Quelle-Konzerns zeichnet sich bei den Verhandlungen zur Rettung des Unternehmens in Essen noch immer keine Einigung ab. "Wir sind noch weit auseinander in den entscheidenden Punkten.

dpa-afx ESSEN. Wenige Stunden vor der für den Donnerstagnachmittag angesetzten Aufsichtsratssitzung des Karstadt-Quelle-Konzerns zeichnet sich bei den Verhandlungen zur Rettung des Unternehmens in Essen noch immer keine Einigung ab. "Wir sind noch weit auseinander in den entscheidenden Punkten. Es wird langsam Zeit", sagte ver.di-Sprecher Harald Reutter am Morgen in einer Verhandlungspause.

Reutter warf der Arbeitgeberseite vor, sich in den Gesprächen trotz eines verbesserten Angebots nicht bewegt zu haben. "Wir ernten nur Kopfschütteln", sagte Reutter. Unternehmenssprecher Jörg Howe bezeichnete die Verhandlungen als "mühsam" und "festgefahren". "Im Moment bewegt sich nichts", sagte er und zeigte sich zugleich optimistisch, dass im Laufe des Vormittags ein Durchbruch erzielt werden kann. "Wir müssen eine Lösung finden", sagte Howe im ZDF. "Da kommen wir nicht drum herum".

Verzicht AUF Betriebsbedingte Kündigungen

Knackpunkt bei den Verhandlungen ist die Frage der tariflichen Einschnitte und des geforderten Verzichts auf betriebsbedingte Kündigungen. ver.di warf dem Management vor, aus "ideologischen Gründen" jeden Vorschlag der Beschäftigtenseite zu blockieren. Viele Sparvorschläge würden nicht akzeptiert, damit "aus Prinzip" tiefe Tarifschnitte vorgenommen werden könnten. Karstadt-Quelle weigere sich betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen, sagte ver.di-Vorstandsmitglied Franziska Wiethold.

Die Arbeitnehmerseite legte nach Darstellung von Wiethold ein eigenes Paket auf den Tisch, mit dem in den nächsten drei Jahren bei Karstadt Personalkosten im Volumen von 480 Mill. Euro gespart werden können. Im Kern gehe es darum, den angestrebten Stellenabbau - rund 3 000 in der Verwaltung und 600 bis 800 in der Hauptverwaltung - ohne betriebsbedingte Kündigungen zu bewerkstelligen. Dazu sollten die Betroffenen in den Verkaufsbereich versetzt werden, auch wenn dies für die Einzelnen "schmerzlich" sein könne, sagte Wiethold.

500 MIO Euro 'Nicht Verhandelbar'

Dieses Angebot ist nach Aussage Howes vom Vorstand als unzureichend abgelehnt worden. "Wir müssen einen Einsparungsbetrag von über 500 Mill. Euro erreichen, diese Zahl ist nicht verhandelbar." Außerdem gebe es Differenzen bei der Berechnung des Spareffekts. Zusätzlich gehe es in der Versandhandelssparte - mit Quelle und Neckermann - um einen dreistelligen Millionenbetrag. Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ) handelt es sich um 250 Mill. Euro.

Mit dem Beitrag der Belegschaft stehen oder fallen auch die anderen Bausteine des milliardenschweren Rettungsprogramms für den Handelsriesen. Konzernchef Christoph Achenbach will bis zum Donnerstag eine Einigung mit den Arbeitnehmern erreichen, weil der Aufsichtsrat am selben Tag die Weichen für die geplante Kapitalerhöhung im Volumen von 500 Mill. Euro stellen soll. Zudem verhandelt Karstadt-Quelle noch mit Banken über die Verlängerung von Kreditlinien im Volumen von 1,75 Mrd. Euro. Auch dies wird nach Aussage von Howe grundsätzlich von einem Durchbruch mit den Arbeitnehmern abhängig gemacht. "Wenn es nicht zu einer Einigung kommt, kommen wir in ernsthafte Schwierigkeiten", sagte er.

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