Bei Korridor-Optionsscheinen darf der Dax nur wenig schwanken
In Seitwärtsbörsen Geld verdienen

Seit Jahresbeginn treten die deutschen Aktienkurse auf der Stelle. Nach dem langen Abwärtstrend könnte sich der Seitwärtstrend noch Monate oder gar Jahre fortsetzen. Risikofreudige Anleger können aber auch in solchen Phasen mit innovativen Finanzprodukten hohe Renditen erzielen.

HB/ DÜSSELDORF. "Wir befinden uns zur Zeit in einer Konsolidierungsphase. Ein Seitwärtstrend lässt sich seit etwa einem Monat beobachten", sagt Peter Knacke, Wertpapierstratege bei der Commerzbank. Der Deutsche Aktienindex (Dax) bewegte sich im ersten Quartal 2002 zwischen 5 400 und 4 700 Punkten. "Nach dem Crash auf Raten der vergangenen Jahre ist es nicht ausgeschlossen, dass die Seitwärtsbewegung bis zu einem Jahr anhalten kann", erklärt Wertpapierexperte Knacke.

Von einem Seitwärtstrend ist dann die Rede, wenn weder eine Aufwärts- noch eine Abwärtsbewegung an den Wertpapiermärkten erkennbar ist. Da in solchen Phasen die Kurse nur in schmalen Bandbreiten schwanken, können Direktanlagen nicht zu hohen Kursgewinnen führen. Es gibt aber spezielle Finanzprodukte mit denen sich trotz Seitwärtsbewegungen der Aktienmärkte Börsengewinne erzielen lassen.

Eine sehr spekulative Möglichkeit stellen so genannte Korridor-Optionsscheine oder Range- Warrants dar. Die klassische Form der Optionsscheine, Calls und Puts, bringen nur dann einen Gewinn ein, wenn die Aktienkurse entweder fallen oder steigen. Korridor-Scheine dagegen erreichen ihre Maximalrendite, wenn die Kurse innerhalb einer Bandbreite schwanken. Der Inhaber eines solchen Optionsscheins erhält für jeden Tag, an dem der Basiswert innerhalb vorbestimmter Grenzen notiert hat, eine Gutschrift. Die Laufzeit beträgt in der Regel 200 Bewertungstage. Nach Ablauf dieser Zeit erhält der Anleger den Auszahlungsbetrag.

Als Basiswerte können einzelne Aktien aber auch Aktienindizes oder Devisenkurse gewählt werden. Durchbricht der Basiswert die Spanne nach oben oder unten erfolgt für diesen Tag keine Gutschrift. Holger Bosse, Leiter der Abteilung Zertifikate bei der Dresdner Kleinwort Wasserstein warnt jedoch vor Risiken: "Wenn der Index nach kurzer Zeit die Bandbreite verlässt und einem Aufwärts- oder Abwärtstrend folgt, dann muss der Investor mit einem herben Verlust rechnen."

Weniger spekulativ und zunehmend beliebt sind Discount-Zertifikate. Auch sie richten sich vor allem an Anleger, die stagnierende oder moderat steigende Kurse erwarten. Mit einem Discount-Zertifikat kann der Anleger einen Basiswert verbilligt erwerben. Basiswerte können Aktien oder Indizes sein. Damit erwirbt er das Anrecht auf Auszahlung des Kurswertes zu einem vereinbarten Termin. Allerdings kann der Anleger an Kurssteigerungen der Aktie oder des Indexes nur bis zu einem festgelegten Höchstbetrag partizipieren. Wird diese Obergrenze, auch Cap genannt, durchbrochen, wird dem Anleger maximal der Höchstbetrag gutgeschrieben. Das begrenzte Gewinnpotenzial ist der Grund dafür, dass das Zertifikat deutlich weniger kostet als der Basiswert.

Der Preisabschlag beim Erwerb des Basiswerts wird auch Sicherheitspuffer genannt, weil der Käufer auch bei geringen Abwärtsbewegungen keine Verluste erleidet. Einen Verlust macht der Anleger erst, wenn der Kurs unter den Kaufpreis fällt. Discount-Zertifikate werden auf alle großen Aktientitel und Indizes angeboten. Die Laufzeit beträgt in der Regel zwölf Monate plus einen Tag, da bei dieser Laufzeit die Erträge steuerfrei sind.

Zinsen im zweistelligen Bereich pro Jahr sollen die Anleger zum Kauf von Reverse Convertibles locken. Dieses Produkt besteht aus einer hochverzinslichen Anleihe und einem Termingeschäft. Durch den Kauf eines Reverse Convertibles erwirbt der Anleger einen Anspruch auf vorher festgelegte Zins- und Tilgungsleistungen. Die hohe Verzinsung von bis zu 20 % wird damit erkauft, dass die Bank im Fall sinkender Kurse nicht den Nominalwert des zu Grunde liegenden Wertpapiers oder Indizes zurückzahlt, sondern eine vorher festgelegte Anzahl Aktien liefert.

"Reverse Convertibles sind ähnlich konstruiert wie Discount-Zertifikate, aber steuerlich weniger attraktiv", erklärt Zertifikate-Experte Bosse. Das Bundesfinanzministerium stuft Equity-linked Bonds oder Aktienanleihen, wie Reverse Convertibles auch genannt werden, momentan als Finanzinnovationen ein. Kursegewinne müssen daher auch dann versteuert werden, wenn sie außerhalb einer Spekulationsfrist anfallen.

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