Bei kurz- und langfristiger Geldanlage
Experten: Index-Zertifikate schlagen Fonds klar

Index-Zertifikate bieten durch niedrige Kosten und eine vergleichsweise überlegene Wertentwicklung eine lukrative Alternative zu Fondsanteilen. Die Schuldverschreibungen auf Aktienindizes setzen auf steigende Märkte und schlagen Experten zufolge Fonds in 80 Prozent aller Fälle.

Reuters. FRANKFURT. Daran ändere auf längere Sicht auch die gegenwärtige Flaute an den Märkten nichts. Besonders interessant für Anleger: Mit Index-Zertifikaten sparen sie den bei vergleichbaren Anlageformen üblichen Ausgabeaufschlag und profitieren bei Performance-Index-Zertifikaten auch von steuerlichen Vorteilen.

Bislang ist die Nachfrage nach den Schuldverschreibungen, die die Entwicklung eines Index wie etwa des Dax oder Nemax eins zu eins abbilden, gering. "Der Mehrheit der Investoren ist die Attraktivität dieser Papiere nicht klar", beobachtet Andreas Bartels, Pressesprecher der Comdirect Bank. "Leider legt auch keine Bank dem Anleger Index-Zertifikate ins Portfolio", ergänzt Markus Koch von UBS Warburg.

Derivate-Experten erwarten allerdings, dass sich dies bald ändern wird. Die Zertifikate seien nämlich häufig profitabler als vergleichbare Fonds, da Banker im Schnitt den so genannten Spread zwischen Geld- und Briefkurs (Kauf- beziehungsweise Verkaufskurs) bei 0,1 bis 0,2 Prozent des Briefkurses sehen.

"Unter Kostengesichtspunkten kann da kein Fonds mithalten", sagt Koch. Auch bei der Rendite sieht Koch Index-Zertifikate fast immer auf der Gewinnerseite: "Der Index schneidet in 80 Prozent aller Fälle besser als Fonds ab."

Stephan Kunze von ABN-Amro empfiehlt Index-Zertifikate ebenso für die langfristige wie für die kurzfristig Geldanlage. Durch den geringen Spread könne man auch von kleinen Kursbewegungen profitieren. Die Kursentwicklung allerdings ist nach Angaben der Experten bei Index-Zertifikaten ebenso wenig garantiert, wie bei jedem anderen Finanzinstrument: Fällt der Basiswert, fällt auch der Wert des Zertifikats.

Unter steuerlichen Gesichtspunkten raten Experten Privatinvestoren dazu Performance-Index-Zertifikate näher unter die Lupe zunehmen. Bei diesem Typ werden Dividenden nicht ausgezahlt, sondern wiederangelegt. "Die Dividenden werden steuerfrei reinvestiert, im Gegensatz zu Fonds, wo die Dividenden ausgewiesen werden und zu versteuern sind", erklärt Koch. Dies bedeutet, dass so genannte thesaurierende -- also wiederanlegende -- Fonds steuerlich schlechter stehen, als die entsprechenden Performance-Index-Zertifikate. Ein Steuerschlupfloch, das Finanzminister Hans Eichel (SPD) noch nicht gestopft habe, sagen einige Banker mit einem Augenzwinkern. Bei Verkauf der Papiere gilt jedoch auch für Index-Zertifikate die allgemein verbindliche Spekulationssteuerfrist von einem Jahr.

Der Kurs der Zertifikate wird in einem festen Bezugsverhältnis zum Basiswert, also zum Index, festgelegt und bewegt sich damit immer parallel zum Punktestand des Börsenbarometers. Das Wertpapier ist nach Ansicht von Joachim Zimmermann vom Bankhaus HSCB Trinkaus & Burkhard gerade für Privatanleger geeignet: "Das Index-Zertifikat ist eine Möglichkeit für den Privatinvestor, sich am gesamten Aktienmarkt zu beteiligen, ohne das Einzelwertrisiko einzugehen." Die Anlageform gilt für Vermögensverwalter allerdings als wenig interessant, denn wo es keine Ausgabeaufschläge und Managementgebühren gibt, lässt sich für Banken nichts verdienen.

Dennoch sind Index-Zertifikate laut Koch aufgrund ihrer Preisstruktur ein Wachstumsmarkt. "Ich bin überzeugt, dass der Siegeszug dieser Produkte erst angefangen hat. Je kostenbewusster und besser informiert die Anleger sind, um so mehr werden Index-Zertifikate nachgefragt", zeigt sich Koch von UBS Warburg überzeugt. Die Papiere seien nicht nur eine Anlageform für Spezialisten, sondern für jeden Anleger attraktiv. "Index-Zertifikate sind für jeden Fondskäufer die Alternative", sagt Koch.

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