Bei lukrativen Privatisierungs-Projekten soll geschmiert worden sein
Enron: Verdacht auf Politiker-Bestechung

Beim US-Energiehändler Enron geraten nun auch die bisher vom Konkurs verschonten ausländischen Aktivitäten ins Visier der Ermittler.

sia/wsje WASHINGTON. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen untersuchen die Behörden, ob Enron ausländische Politiker bestochen hat, um bei lukrativen Projekten wie Pipelines oder Privatisierung von Energie- und Wasserversorgern den Zuschlag zu erhalten.

Die ausländischen Enron-Töchter sind unter dem Dach der Enron Global Services gebündelt, zu der einige der profitabelsten Beteiligungen gehören und die beim Konkurs der Konzernmutter Ende vergangenen Jahres außen vor gelassen worden war. Hierzu gehören Energieanlagenbetreiber in Polen und Puerto Rico und Gas-Pipelines im bolivianischen Dschungel. Viele dieser Projekte wurden auch mit US-Steuermitteln gefördert.

Noch steht bei den jetzigen Untersuchungen kein Land im Vordergrund. Allerdings war bereits in der Vergangenheit bei Projekten in Ghana, Kolumbien, Bolivien, Panama, Nigeria und der Dominikanischen Republik Korruptionsverdacht aufgekommen. Vor zwei Jahren entzog die Weltbank einem 100-Mill. $-Wasserprojekt in Ghana ihre Unterstützung, weil das Zuteilungsverfahren an die Enron-Tochter Azurix vermutlich nicht wettbewerbsgerecht gelaufen sei.

Die US-Ermittler stützen sich auf US-Recht ("Foreign Corrupt Practices Act"). Verfahren auf dieser Rechtsgrundlage waren allerdings bisher wenig erfolgreich, nicht zuletzt wegen der schwierigen Beweisführung, die auf die Hilfe der ausländischen Beteiligten angewiesen ist, zu der diese oft nicht bereit sind.

Quelle: Handelsblatt/Wall Street Journal Europe

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