Bei Machtwechsel profitieren Umwelt- und Bildungsaktien
Dow-Verluste sprechen für Sieg von Demokraten Kerry bei US-Wahl

Wenn das US-Börsenbarometer Dow Jones weiter an Wert verliert, dürfte John Kerry die US- Präsidentschaftswahlen gewinnen, lautet die These von James Stack, Marktbeobachter aus Whitefish, Montana. Bei 24 der 26 Präsidentschaftswahlen, die seit 1900 stattfanden, war die Börsentendenz in den zwei Monaten vor dem Wahltag entscheidend für den Ausgang. Stieg der Dow, siegte der amtierende Präsident, fiel das Börsenbarometer, musste er seinen Amtssessel abgeben, zeigt Stack in seiner Statistik auf.

NEW YORK. Zwischen dem 2. September und dem 12. Oktober diesen Jahres verlor der Dow 1,9 Prozent. Nimmt man diese Wertentwicklung des US-Leitindex als Maßstab, spricht die von Stack aufgestellte These für einen Machtwechsel in den USA und einen Sieg Kerrys.

Folgt man den statistischen Überlegungen von Stark, lassen sich daraus zwei Muster-Portefeuilles ableiten, je nachdem, welcher der beiden Präsidentschaftskandidaten im November das Rennen macht. Zu den Unternehmen, deren Kurse mit Kerry steigen dürften, gehören der Abfallentsorger American Ecology, der Schulungssoftwarehersteller Renaissance Learning, der Anbieter von Heimpflegebedarf Lincare Holdings und der Bekleidungshändler TJX. Grund: Kerry würde etwa Umweltaktien einen Schub geben, weil die Demokraten einer umweltschutzorientierten Politik aufgeschlossener gegenüber stehen. Außerdem würde er mehr in Bildung investieren.

Das Bush-Portefeuille beinhaltet den größten US- Ölproduzenten Exxon Mobil, den Rüstungskonzern General Dynamics, den Arzneimittelhersteller Pfizer, die Luxuswarenhauskette Neiman Marcus Group und die US- Investmentbank Merrill Lynch. Grund: Bush hat viele Jahre in der Ölindustrie gearbeitet. Zudem gilt er als wirtschafts- und rüstungsfreundlicher.

Allerdings sollten die Investoren immer im Hinterkopf behalten, dass die Börsentendenz selbstverständlich auch von zahlreichen wirtschaftlichen und geopolitischen Faktoren abhängig ist. Das Oval Office ist nur ein Teil des Ganzen.

John Dorfman, Präsident von Dorfman Investments aus Newton Centre, Massachusetts, ist Kolumnist der Nachrichtenagentur Bloomberg News.

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