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Bei Nullrunde will VW-Vorstand auf Gehalt verzichten

Der Vorstand von Europas größtem Autokonzern Volkswagen will bei einer Nullrunde der Beschäftigten in der bevorstehenden Tarifrunde ebenfalls auf Gehalt verzichten. "Bei einer Nullrunde werden alle bei VW mitziehen", teilte das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mit. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, das Topmanagement wolle das Gesamteinkommen für zwei Jahre einfrieren und damit auf Gehaltssteigerungen verzichten. Zu Details wollte ein VW-Sprecher keine Stellung nehmen.

dpa-afx WOLFSBURG. Der Vorstand von Europas größtem Autokonzern Volkswagen will bei einer Nullrunde der Beschäftigten in der bevorstehenden Tarifrunde ebenfalls auf Gehalt verzichten. "Bei einer Nullrunde werden alle bei VW mitziehen", teilte das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mit. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, das Topmanagement wolle das Gesamteinkommen für zwei Jahre einfrieren und damit auf Gehaltssteigerungen verzichten. Zu Details wollte ein VW-Sprecher keine Stellung nehmen.

Die VW-Aktie legte am Morgen um 0,68 % auf 32,47 ? zu, während der DAX mit einem Minus von 0,05 % bei 3 830,22 Punkten notierte.

VW-Chef Bernd Pischetsrieder und Personalvorstand Peter Hartz hatten zuletzt bereits einen Gehaltsverzicht in Aussicht gestellt, falls die Personalkosten drastisch gesenkt werden. Der Konzern will bis 2011 seine jährlichen Arbeitskosten von 6,8 auf 4,8 Mrd. ? reduzieren. Der Vorstand von Daimlerchrysler hatte Ende Juli im Tarifkonflikt ebenfalls beschlossen, seine Gesamtvergütung um 10 % zu verringern.

VW-Chef: Gehaltsverzicht Logisch

Pischetsrieder hatte im Juli in einem Interview gesagt, der Vorstand habe in diesem Jahr bei den variablen Vergütungen bereits über 25 % weniger verdient, das Management 20 %. "Das ist völlig logisch bei unseren Bilanzen", sagte der Konzernchef dem "Spiegel". Die Vorstandsgehälter bei Volkswagen sind teilweise mit über 50 % an den Unternehmenserfolg gekoppelt. VW hatte im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch erlitten und die Jahresprognose für den operativen Gewinn von 2,5 Mrd. auf nur noch 1,9 Mrd. ? nach unten korrigiert.

VW will in der am 15. September beginnenden Verhandlungsrunde über den neuen Haustarifvertrag durchsetzen, dass ab 2005 Arbeitzeit und Bezahlung der rund 177 000 Beschäftigten in Deutschland grundlegend reformiert werden. Zunächst sollen die 103 000 Mitarbeiter der sechs westdeutschen Werke in den nächsten zwei Jahren auf Einkommenserhöhungen verzichten. Die von der IG Metall geforderten mehrjährigen Job- und Standortgarantien lehnt das Unternehmen ab. VW sei lediglich zu einer Selbstverpflichtung bereit, sagte Hartz.

VW Will Lohnsystem Radikal Vereinfachen

Die Gewerkschaft, die vier Prozent mehr Lohn und mehrjährige Standortgarantien verlangt, hat das Sparpaket des VW-Konzerns als unausgewogen und unfair zurück gewiesen. VW will aber nicht nachgeben. Den Wolfsburgern machen Wettbwerbsdruck und der starke Euro zu schaffen. Die VW-Beschäftigten verdienen im Schnitt 20 % mehr als der Rest der Metallindustrie.

Ab dem kommenden Jahr will VW sein Vergütungssystem radikal vereinfachen. Das Einkommen soll künftig aus 70 % festen und 30 % variablen Anteilen bestehen. Das Volumen der Arbeitszeitkonten soll von jährlich 200 auf 400 Stunden ausgeweitet werden. Die Bezahlung von Überstunden und Pausen soll neu geregelt werden. Auszubildende sollen rund 20 % weniger verdienen, dafür will der Konzern die Zahl der Azubi-Plätze um 20 % erhöhen.

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