Bei positiven Aktienmärkten wieder Wachstumskurs in Sicht
Auslandsfonds gewinnen Marktanteile

In der anhaltenden Baisse halten sich die Anleger beim Kauf von Aktienfonds zurück. Das dürfte sich bei einem Wechsel des Börsenklimas ändern. Vor allem ausländische Anbieter werden von dieser Wende profitieren.

HB ROM/FRANKFURT/M. In den nächsten fünf Jahren wird sich das Investmentfondsvermögen deutscher Privatanleger mehr als verdoppeln. Diesen Ausblick gibt die Londoner Fondsresearch- und Consultingfirma Feri Fund Market Information (Feri FMI) in einer Studie, die in Kürze der Öffentlichkeit vorgestellt wird ("Fund Market Access - Germany 2002"). Maßgeblichen Anteil an diesem Marktwachstum wird der steigende Verkaufserfolge ausländischer Anbieter haben.

Nach Ansicht der Experten sind vor allem drei Gründe für diese Prognose verantwortlich. Zunächst würden gerade die ausländischen Anbieter von einem besseren Börsenklima profitieren, denn deren Angebotspalette sei meist auf Aktienfonds ausgerichtet. Dazu komme, dass der Trend zum umfassenden Fondsangebot der Banken unabhängigen Anbietern eine wichtige Tür zum deutschen Markt öffne. Und nicht zuletzt verstärke der wachsende Vermittlungsanteil freier Finanzdienstleistern diesen Trend, denn gerade die freien Berater setzen stark auf ausländische Produkte.

Milliarden-Geschäft

Ende letzten Jahres hatten deutsche Privatanleger knapp 0,5 Mrd. in Investmentfonds investiert, davon der Großteil in Produkten deutscher Gesellschaften oder ihrer Auslandstöchter (Grafik). "Das Vermögen wird nach unserer optimistischen Schätzung bis zum Jahre 2007 auf knapp 1,2 Milliarden Euro anwachsen", sagt Diana Mackay, Managing Director bei Feri FMI. Eine Voraussetzung sei aber eine Wende an den Aktienmärkten, "die wir allerdings erwarten." Zweite Voraussetzung ist laut Mackay eine zufrieden stellende Entwicklung im Fondsgeschäft mit Altersvorsorgeprodukten.

In den genannten Summen sind die geschätzten Vermögenswerte enthalten, die heimische Anleger in die Produkte ausländischer Gesellschaften investieren. Diese Teilmenge steigt laut den Londonern Researchern von jetzt 69,9 auf 181,3 Mrd. - unter den erwähnten optimistischen Grundannahmen. Der Marktanteil steigt in diesem Fall um einen knappen Prozentpunkt auf 15,2 %. Umgekehrt geht Mackay bei anhaltend schlechtem Aktienklima von einer sinkenden Quote aus. Allerdings: Die genannten Quoten sind in der Tendenz in jedem Fall kleiner als am Ende tatsächlich zu erwarten, "weil ausländische Anbieter weiterhin deutsche Töchter als Anlagegesellschaften nach hiesigem Recht gründen werden, wie es beispielsweise Invesco gemacht hat." Dann zählen sie statistisch als Inländer.

Härterer Wettbewerb erwartet

"Unsere eigenen Erwartungen knüpfen an das optimistische Feri-Szenario an", meint Klaus-Jürgen Baum, Geschäftsführer von Fidelity Investment Services in Frankfurt. Dennoch rechnet er mit härterem Wettbewerb in Deutschland. "Wer hier spät am Markt auftritt, wird es sehr schwer haben", sagt er.

Wie auch immer, eine Chance für Ausländer ohne eigenes Filialnetz in Deutschland bietet der Wandel in den Absatzstrukturen der inländischen Kreditinstitute. "Was die Privatbanken machen, nämlich auch konzernfremde Fonds anzubieten, hat Signalwirkung für den gesamten Bereich. Auch Volksbanken und Sparkassen können sich dieser Entwicklung auf Dauer nicht entziehen", ist Baum überzeugt. Dafür werden seiner Meinung nach die Kunden sorgen: "Die sind immer häufiger aufgeklärt und lassen sich nur selten mit Hausprodukten abspeisen."

Trend zu so genannten Fondssupermärkten

Auch der Trend zu so genannten Fondssupermärkten spielt nach Meinung Baums den Ausländern in die Hände. "Dadurch bekommen gerade kleine und mittelgroße Gesellschaften die Möglichkeit zur Präsenz in Deutschland. Die können dann auch wichtige Verwaltungsleistungen wie Depotkontenführung anbieten."

Etwas zurückhaltender beurteilt Osvin Nöller von der Dekabank die Chancen der ausländischen Anbieter. "Per saldo ist die Marke des Anbieters, also Bekanntheit, Performance, Service und Abwicklung, für den Endkunden immer noch wichtiger", so Nöller. Sein Fazit: "Aus diesem Grund sind Marktanteilsgewinne für Ausländer schwierig."

Quelle: Handelsblatt

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