Bei SAP Gesamtjahresausblick im Fokus
Börsianer erwarten Fortsetzung der Dax-Erholung

Auf Unternehmensseite richteten sich die Blicke auf den Softwarekonzern SAP, der mit der Vorlage seiner Quartalszahlen am Donnerstag die Berichtssaison einläutet.

Reuters FRANKFURT. Die Verunsicherung durch den drohenden Irak-Krieg werde vorerst in den Hintergrund treten, sagte Aktienstratege Günter Senftleben von der Bankgesellschaft Berlin am Freitag. Sein Kollege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt rechnet bis Jahresende mit einem Anstieg des Börsenbarometers auf 3 200 Punkte. Die Analysten von MM Warburg hatten in einer Studie vom Vortag bereits auf eine Jahresendrally spekuliert, die den Dax auf bis zu 3 300 Punkte treiben könnte.

Nach übereinstimmender Marktmeinung bleibt die Entwicklung der Bankenwerte auch in der kommenden Woche für die Tendenz des Gesamtmarktes sehr wichtig. Deren Aktien waren mit ihren spektakulären Kursgewinnen der vergangenen Tage der Motor der bisherigen Dax-Erholung.

Dax im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche

Seit Jahresbeginn hat der Dax rund 45 % an Wert eingebüßt und sich damit deutlich schlechter entwickelt als die wichtigsten Indizes der europäischen Börsen und der Wall Street. Am vergangenen Dienstag hatte er mit einem Stand von 2519,30 Punkten den tiefsten Stand seit mehr als sechs Jahren markiert.

Trotz der im internationalen Vergleich überproportionalen Dax-Verluste rechnete Borghoff nicht mit einer überdurchschnittlichen Erholung der deutschen Aktien. Ein Faktor sei die aktuelle Debatte um Steuererhöhungen, die ausländische Investoren vom Kauf deutscher Aktien abhalte. Außerdem sei der Markt enttäuscht, dass es bei der Bundestagswahl nicht zu einem Regierungswechsel gekommen sei.

Bei SAP Gesamtjahresausblick im Mittelpunkt

Bei SAP richtet sich die Aufmerksamkeit des Marktes Börsianern zufolge hauptsächlich auf den Gesamtjahresausblick. Auf Grund der flauen Branchenkonjunktur rechnen nur wenige Analysten mit einer Bekräftigung der Jahresziele. SAP-Chef Hasso Plattner hatte die Analysten allerdings kürzlich heftig kritisiert. Die Prognosen der Analysten seien oft falsch. SAP hatte zwar klargestellt, dass sich Plattners Äußerungen nur auf die Vergangenheit bezogen hätten. Viele Anleger werteten die Schelte jedoch offenbar als Anzeichen dafür, dass die zur Veröffentlichung anstehenden Zahlen gut ausfallen würden. In den vergangenen Tagen verteuerten sich die Papiere des Software-Herstellers insgesamt um knapp ein Drittel.

Banken erneut im Blickpunkt

Angesichts ihrer spektakulären Kursgewinne der vergangenen beiden Tage bleiben Börsianern zufolge die Bankenwerte, allen voran die Commerzbank, im Rampenlicht. Deren Aktien waren auf Grund von mehrfach dementierten Gerüchten um Liquiditätsprobleme Anfang der Woche auf ein 20-Jahres-Tief gefallen, legten inzwischen jedoch wieder um 40 % zu. Spekulationen um eine Bankenkrise in Deutschland hatten auch den Titeln der Deutschen Bank und der Hypovereinsbank starke Verluste beschert.

Mit Blick auf das weitere Aufwärtspotenzial der Bankenwerte sagte Borghoff, die deutschen Banken seien zwar nicht in einer Krise, litten aber unter hohen Kosten. Daher seien sie für Investoren weniger attraktiv als ausländische Konkurrenten.

ZEW-Index mit Spannung erwartet

Mit Spannung warte der Markt außerdem auf den am Dienstag vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentlichten Index der Konjunkturaussichten, sagten Marktteilnehmer weiter. Er gilt als richtungweisend für den viel beachteten Ifo-Geschäftsklimaindex. Im September war der ZEW-Index auf ein Acht-Monats-Tief von 39

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