Bei Siemens und Daimler-Chrysler milliardenschwere Unterdeckung
Lücke im Pensionsplan durch Börsenflaute

Siemens und Daimler-Chrysler, zwei der größten deutschen Konzerne, weisen milliardenschwere Lücken in ihren Pensionsvermögen aus. Zwar stellen die Löcher noch keine Gefahr für Liquidität und Gewinnrechnung dar. Dennoch bereiten sie den Verantwortlichen offenbar Sorgen.

ajo/tmo STUTTGART/FRANKURT. So wird der Münchener Elektroriese das ausgegliederte Pensionsvermögen womöglich zum Teil mit frischen Mitteln ausstatten müssen. Dieses Geld stünde dann nicht mehr für das operative Geschäft oder zur Schuldentilgung zur Verfügung. "Wir werden darüber zum Ende des Geschäftsjahres am 30. September entscheiden", sagte Peter Scherkamp, Leiter der Finanzstrategie des Siemens-Konzerns, dem Handelsblatt. Gemäß US-Bilanzregeln schreibt der Konzern bislang die Deckungslücke zwischen künftigen Pensionsverpflichtungen und vorhandenem Pensionsvermögen über einen Zeitraum von 15 Jahren ab. Doch damit könnte es inzwischen nicht mehr getan sein. Die Deckungslücke der Siemens-Pensionspläne betrug zum 30. Juni stattliche 5,1 Mrd. Euro. Damit lag der Wert des für Pensionen vorgesehenen Vermögens um 27 % unter dem Barwert der künftigen Verpflichtungen. "Bei einer Deckungslücke von mehr als 20 % fällt es schwer, die nötigen Erträge zu erzielen, um die Lücke im Zeitablauf quasi automatisch zu schließen", räumte Scherkamp ein.

Bei dem Elektrokonzern bildet der Siemens Pension Trust für die deutschen Beschäftigten den Großteil des konzernweiten Pensionsvermögens. Dessen Wert schmolz auf zuletzt 9,3 Mrd. Euro zusammen. Dafür sorgte vor allem der Kurseinbruch der Infineon-Aktie. Denn Siemens hat gut die Hälfte seines knapp 25 %igen Anteils an der einstigen Tochter auf den Pension Trust übertragen.

Auch der allgemeine Verfall der Aktienkurse zehrt am Fondsvermögen. Denn beim Start des Trusts im März 2000 - auf dem Höhepunkt des Börsenbooms - setzte das Siemens-Management stark auf Aktien. Deren hohe Rendite sollte helfen, die Betriebsrenten zu finanzieren, so damals das Kalkül. Stattdessen brachen die Märkte ein und mit ihnen das Fondsvermögen. Dieses bestand laut Siemens zuletzt zu 77 % aus Aktien und Anleihen, wobei Aktien leicht übergewichtet waren. Auf Immobilien entfallen 7 % und noch 16 % auf den Infineon-Anteil, der jedoch mittelfristig verkauft wird.

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