Bei Standardwerten gute Kaufgelegenheiten
Experten raten Kleinanlegern weiterhin zur Vorsicht am Aktienmarkt

Angesichts der weiterhin starken Kursschwankungen am Aktienmarkt raten Experten Kleinanlegern weiterhin zur Vorsicht. Insbesondere an den so genannten Wachstumsbörsen wie dem Neuen Markt könne es weitere Rückschläge geben. Auf der anderen Seite bieten sich Anlegern mit einer längerfristigen Perspektive Gewinnchancen bei "Blue Chips" aus traditionellen Unternehmenssektoren.

afp HAMBURG/FRANKFURT Konrad Kentmann, Chefvolkswirt der Hamburgischen Landesbank, rät Kleinanlegern grundsätzlich davon ab, von kurzfristigen Kursschwankungen am Aktienmarkt profitieren zu wollen. Zwar seien viele Papiere mittlerweile bei "Kaufkursen" angelangt, sagte Kentmann am Donnerstag im Gespräch mit ddp. Jedoch rate sein Institut privaten Anlegern prinzipiell zu Engagements mit einer längerfristigen Perspektive.

Für den Investor mit einer mittleren Risikobereitschaft empfiehlt Kentmann einen Aktienanteil von 60 % im Portfolio. Dabei rät er insbesondere zu großen europäischen Werten aus dem STOXX-50-Index. Rentenpapiere sollten 30 % des Anlagevermögens ausmachen. Mit zehn Prozent setzt Kentmann den Anteil der liquiden Mittel an, die vorgehalten werden sollten, um auf Änderungen der Marktsituation reagieren zu können.

Kai Franke, Leiter des Investment Research bei der Frankfurter BHF-Bank, sieht ebenfalls wieder Perspektiven am Aktienmarkt. Die Märkte sollten nun "das Gröbste überstanden" haben, sagte Franke auf ddp-Anfrage. Allerdings sei die individuelle Risikoeinstellung des Anlegers entscheidend. Bei einem durchschnittlich orientierten Portfolio mit einem ausgeglichenen Anteil von Aktien und Anleihen könnten nun wieder Aktien zugekauft werden, bis die angestrebte Gewichtung erreicht sei.

Zu Standardwerten der "Old Economy" rät die BfG-Bank in Frankfurt am Main. Trotz der massiven Kursverluste im Deutschen Aktienindex (Dax) sei es nicht angebracht, äin Pessimismus zu verfallen", heißt es in einer am Donnerstag vorgelegten Markteinschätzung. So böten sich bei Qualitätstiteln der Chemiebranche wie BASF und Bayer oder auch ausgewählten Maschinenbau- und Automobilwerten bei derzeit günstigen Kursen gute Einstiegschancen.

Aktien des Neuen Marktes sollten wegen der weiterhin "außerordentlich hohen Risiken" des Segments nur als Ergänzung ins Depot genommen werden. Auf keinen Fall sollte sich ein privates Wertpapiervermögen ausschließlich aus Titeln des Neuen Marktes zusammensetzen oder gar über Kredite finanziert werden, warnt die BfG Bank.

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