Bei Stopp von US-Angriffen
Taliban offenbar zur Auslieferung Omars bereit

Die Taliban wollen nach Angaben eines afghanischen Geheimdienstvertreters bei einem Stopp der US-Luftangriffe ihren Führer Mullah Mohammed Omar ausliefern. Bis zu 1500 Kämpfer der gestürzten radikalislamischen Miliz und der El-Kaida-Organisation seien zudem zur Aufgabe bereit, sagte der Geheimdienst-Mitarbeiter am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in der südlichen Provinz Kandahar.

afp KABUL. Im Osten Afghanistans starteten rund 800 afghanische Soldaten eine groß angelegte Suchaktion nach Taliban- und El-Kaida-Zellen. In Kabul schlossen drei von neun Bundeswehroffizieren ihre Erkundungsmission im Rahmen der Internationalen Schutztruppe ISAF ab.

Die mögliche Auslieferung Omars sei in den vergangenen drei Tagen bei einem Ältestentreffen beschlossen worden, sagte der Geheimdienstvertreter Nasratullah Nasrat. Er zitierte den in der südlichen Gebirgsregion Baghran zusammen mit bis zu 1500 Kämpfern verschanzten Taliban-Kommandeur Abdul Ahad mit den Worten, die Aufgabe der möglicherweise letzten großen Taliban-Widerstandszelle solle mit Gesprächen und nicht mit Waffengewalt gelöst werden.

Omar ist seit dem Fall der letzten Taliban-Hochburg Kandahar auf der Flucht. Die USA beschuldigen ihn, dem mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden Unterschlupf gewährt zu haben. Der afghanische Übergangspräsident Hamid Karsai begnadigte 200 ehemalige Taliban-Kämpfer, die während des Krieges im Norden des Landes gefangen genommen worden waren.

US-Elitesoldaten durchsuchten Taliban-Lager

Die Suche nach Taliban- und El-Kaida-Zellen konzentriere sich auf die Ortschaft Tschapparhar zwischen der Provinzhauptstadt Dschalalabad und Tora Bora in der ostafghanischen Provinz Nangarhar, berichtete die Nachrichtenagentur AIP. Die «Aufräumaktion» werde von Soldaten örtlicher Stammesführer geführt. In Nangarhar würden zahlreiche El-Kaida-Kämpfer vermutet, die wegen der US-Luftangriffe aus ihren Verstecken in der Bergfestung Tora Bora geflohen waren. Der afghanische Geheimdienstchef Hadschi Gulalai hatte bereits am Dienstag eine große Militäraktion in der südlichen Provinz Helmand angekündigt mit dem Ziel, Taliban-Chef Omar zu fassen. An dem Großeinsatz sollten bis zu 5000 afghanische Soldaten mit Unterstützung der US-Armee teilnehmen.

Die Durchsuchung eines Lagers in der südlichen Provinz Helmand lieferte nach US-Zeitungberichten keine interessanten Erkenntnisse. An der zweitägigen Aktion waren rund 200 US-Elitesoldaten sowie Kämpfer des örtlichen Stammesführers Gul Agha Schirsai beteiligt. Das Lager wurde vermutlich von Taliban-Milizen und El-Kaida-Kämpfern gemeinsam genutzt.

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