Bei unklaren Regelungen droht Streit
Prüfender Blick auf den Arbeitsvertrag ratsam

In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit ist der Verhandlungsspielraum beim Arbeitsvertrag in der Regel nicht groß. Dennoch sollte jeder Vertrag vor der Unterschrift genau geprüft werden.

ddp/vwd BERLIN. Es könnten sonst unbemerkte Klauseln enthalten sein, die sich zum Nachteil des Arbeitnehmers auswirken. Ist zum Beispiel kein Arbeitsort vereinbart, ist der Mitarbeiter an allen Standorten des Unternehmens einsetzbar. Der Satz: "Für die Dauer der Probezeit ist das Arbeitsverhältnis befristet", bedeutet, dass der Job nach der Probezeit ausläuft. Auch schwammige Formulierungen über den Arbeitsinhalt sollten Arbeitnehmer nicht hinnehmen. Sonst müssen sie alle Tätigkeiten ausführen, die angewiesen werden.

Um Streit zu vermeiden, sollten beide Parteien im Arbeitsvertrag so viele Details wie möglich schriftlich vereinbaren. Zu den grundsätzlichen Inhalten gehören Arbeitsort, Beginn der Tätigkeit, die Tätigkeitsbeschreibung, Regelungen zu Probezeit, Arbeitzeit und Urlaub sowie Gehaltsvereinbarungen und Kündigungsfristen.

Der Arbeitnehmer muss bedenken, dass bestimmte Formulierungen im Arbeitsvertrag unterschiedliche Konsequenzen haben. Wird zum Beispiel sein Tätigkeitsfeld sehr konkret beschrieben, schützt ihn das zwar vor beliebig angeordneten Einsätzen an anderen Plätzen. Andererseits ist zu bedenken, dass ein weiter gefasstes Tätigkeitsfeld nützlich ist, wenn Umstrukturierungen in der Firma anstehen. Dann kann er, statt bei Wegfall seines Arbeitsplatzes betriebsbedingt gekündigt zu werden, auf eine andere freie Stelle in der Firma hoffen. Wichtig zu wissen: Das Datum des Beginns der neuen Tätigkeit sollte immer ein Monatserster sein, auch wenn dieser auf einen Sonn- oder Feiertag fällt. Sonst verschenkt der Arbeitnehmer für den gesamten ersten Monat im neuen Job seinen Urlaubsanspruch.

Viel Zündstoff für Rechtsstreits steckt in den Gehaltsvereinbarungen. Deshalb sollte man alle Details einbeziehen, von der Höhe der monatlichen Zuwendungen über Pensionsansprüche bis zu Gewinnbeteiligungen. Vertraglich geregelt werden muss ein 13. Monatsgehalt. Ohne entsprechende Formulierungen im Arbeits- oder Tarifvertrag besteht kein Anspruch darauf.

Das gilt auch für die Vergütung von Überstunden. Ohne Zusatzregelungen muss der Chef nur den üblichen Lohn für die geleisteten Arbeitsstunden zahlen. Zuschläge müssen extra vereinbart sein. Überstunden dürfen nur angeordnet werden, wenn Arbeits- oder Tarifvertrag das vorsehen oder wenn ein Notfall in der Firma vorliegt. In jedem Fall sollten Arbeitnehmer auf einem qualifizierten Arbeitsvertrag bestehen, auch wenn der Arbeitsmarkt eng und der Druck von Arbeitgeberseite groß ist. Ein wenig Mut in der Vertragsverhandlung gibt Sicherheit im neuen Job.

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