Bei Verstoß droht Geldstrafe von 110 Euro
Swasiland setzt auf Keuschheitsgürtel

Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids setzt das Königreich Swasiland auf den Keuschheitsgürtel.

afp MBABANE. Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids setzt das Königreich Swasiland auf den Keuschheitsgürtel: Die älteste Tochter von König Mswati III. wurde nun extra aus Großbritannien eingeflogen, wo sie zur Schule geht, um das mittelalterliche Gerät den jungen Mädchen in ihrer Heimat anzupreisen. "Ich bin sehr stolz auf diese Tradition", sagte die 14-jährige Sikhanyiso Dlamini am Montag bei ihrer Ankunft am Flughafen von Mbabane. Sie wünsche sich, dass alle jungen Frauen das Keuschheitsritual "Umchwasho" mitmachten und den Gürtel mit den bunten Troddeln umlegten.

Ihr selbst sei es verboten worden, den Keuschheitsgürtel in der Schule zu tragen, weil er zu sehr auffalle, sagte Sikhanyiso weiter. Aber wenn sie am Wochenende bei ihren Großeltern in London sei, binde sie sich den Gürtel um. Bei einem Verstoß gegen das Ritual sei sie auch bereit, die Strafe zu zahlen: Dann müsste Sikhanysio entweder eine Kuh abgeben oder umgerechnet rund 110 Euro (217 Mark) zahlen. König Mswati hatte die Wiedereinführung des Keuschheitsrituals bereits im September verkündet. In dem kleinen Königreich zwischen Südafrika und Mosambik starben bislang über 50 000 Menschen an Aids.

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