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Bei VW droht harte Tarifrunde - Konzern veröffentlicht Forderungen

Der Volkswagen-Konzern will am kommenden Montag seine Forderungen für die im Herbst anstehende Tarifrunde veröffentlichen. Es werde ein Zehn-Punkte-Plan präsentiert, hieß es aus dem Unternehmen am Donnerstag. Beobachter sehen den Katalog als einen deutlichen Hinweis, dass es bei den diesjährigen Verhandlungen "heiß her" gehen könnte. Denn üblicherweise hat der Konzern vor den Gesprächen bislang keine eigenen Forderungen veröffentlicht.

dpa-afx HANNOVER/WOLFSBURG. Der Volkswagen-Konzern will am kommenden Montag seine Forderungen für die im Herbst anstehende Tarifrunde veröffentlichen. Es werde ein Zehn-Punkte-Plan präsentiert, hieß es aus dem Unternehmen am Donnerstag. Beobachter sehen den Katalog als einen deutlichen Hinweis, dass es bei den diesjährigen Verhandlungen "heiß her" gehen könnte. Denn üblicherweise hat der Konzern vor den Gesprächen bislang keine eigenen Forderungen veröffentlicht.

Auch bei der IG Metall in Niedersachsen wird dies mit Sorge gesehen. "Dass Volkswagen eigene Forderungen präsentieren wird, ist bemerkenswert", sagte ein Gewerkschaftssprecher am Donnerstag auf Anfrage. Die IG Metall in Niedersachsen stelle sich auf eine "schwere und konfliktbeladene" Tarifrunde ein, sagte er.

Die Große Tarifkommission der IG Metall kommt an diesem Nachmittag zusammen, um ihre Forderungen für die über 100 000 VW-Beschäftigten in Deutschland zu verabschieden. Der Haustarifvertrag bei Volkswagen endet am 30. September. Die erste Verhandlungsrunde ist für den 15. September geplant, die Gespräche sind für den 26. Oktober terminiert.

Presse: VW Will Nullrunde

"Noch bemerkenswerter" sei zudem, dass "Pischetsrieder unsere Forderungen als unverschämt bezeichnet hat, obwohl wir sie noch gar nicht veröffentlicht haben", sagte der Sprecher. VW-Chef Pischetsrieder hatte am Vortag in einer Analystenkonferenz in London gesagt, er wisse nicht, ob "wir Ende Oktober in der Nähe einer Einigung sind." Er rechne von Gewerkschaftsseite mit einer Forderung nach einer Lohnerhöhung von vier Prozent. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hingegen, wollen Pischetsrieder und sein Personalvorstand Peter Hartz auf eine Nullrunde pochen. Bei VW war am Donnerstag zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Betriebsratschef Klaus Volkert hatte zuletzt in einem Interview angekündigt, dass die IG Metall vor allem den Fokus auf die Standortsicherung legen werde. Gleichzeitig hatte er einen "heißen Herbst angekündigt. Personalvorstand Peter Hartz hatte die Beschäftigten bereits Anfang Juli in einer Betriebsversammlung auf harte Einschnitte eingeschworen. Hartz will bis 2011 die Personalkosten in Deutschland mit Hilfe längerer Arbeitszeiten, Lohnsenkungen und einer stärker leistungsorientierten Bezahlung um 30 % reduzieren.

"Bei der von Hartz unter anderem vorgeschlagenen Arbeitsplatzgarantie sind Gespräche vorstellbar", sagte der IG-Metall-Sprecher am Donnerstag. "Kritisch" werde es aber da, wo "das Unternehmen Zumutungen von den Mitarbeitern verlangt, wie etwa bei der zum Teil ertragsorientierten Vergütung", ergänzte er.

Der Volkswagen-Konzern steckt zur Zeit wegen der Nachfrageschwäche in wichtigen Märkten in der Krise. Unter dem allgemeinen Sparzwang haben die Wolfsburger im Frühjahr das vier Mrd. ? schwere Kostensenkungsprogramm "Formotion" aufgelegt.

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