Bei Wurstfüllmaschinen weltweit auf Rang eins
Breite Produktpalette stabilisiert den Erfolg

Die Expansion der Handtmann-Gruppe in den letzten fünf Jahren ist die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte, die kurz nach dem Krieg begann: 1945 wird Arthur Handtmann, nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft, vom kranken Vater ins Unternehmen gerufen, das der Großvater 1873 gegründet hatte. Eigentlich waren seine älteren Brüder für die Unternehmensnachfolge vorgesehen, doch sie waren im Kriege gefallen.

ws BIBERACH/RISS. Der junge Mann nimmt die Herausforderung an. Neben der Arbeit im Betrieb absolviert er ein Maschinenbaustudium an der einzigen Ingenieurschule im französischen Besatzungsgebiet in Konstanz. 1950 übernimmt er die Geschäftsführung. 50 Mitarbeiter zählt das Unternehmen, der Umsatz erreicht kaum eine halbe Million Mark. Handtmanns Aufgaben sind klar: Alle Fertigungsbereiche sind zu sanieren und auszubauen. Die Angebotspalette muss erneuert und verbreitert werden. Aus einer kleinen Metallgießerei für Schwermetalle wird im Laufe der Jahrzehnte ein Aluminiumgusswerk mit 1200 Mitarbeitern in Biberach und Annaberg/ Buchholz und mehr als 200 Mill. Euro Umsatz. Mit einer Produktion von 25 000 Tonnen Gussteilen pro Jahr, die überwiegend in die Automobilindustrie gehen, sieht sich Handtmann heute an vierter Stelle unter den 250 deutschen Metallgießereien.

Die schon vom Großvater begonnene Produktion von Messingarmaturen stellt er auf Edelstahlarmaturen um, liefert und montiert schlüsselfertige Armaturen, Rohrleitungssysteme und Reinigungsanlagen an Brauereien in aller Welt. Auch an Anheuser-Busch, die größte Brauereigruppe der Welt.

1954 startete Handtmann mit zunächst drei Mitarbeitern die Fertigung von Wurstfüllmaschinen. Daraus erwächst das ertragsmäßige Flaggschiff der Gruppe. Mit 500 Mitarbeitern werden heute pro Jahr 1 400 Maschinen gefertigt, die zwischen 30 000 und 250 000 Euro kosten. Der Gesamtumsatz liegt bei 100 Mill. Euro. Geliefert wird in 90 Länder. Seinen Anteil am Weltmarkt schätzt Handtmann auf 60 %.

1970 erfolgte der Einstieg in den Kunststoffbereich, in dem die Tochter Elteka im drucklosen Gießverfahren hoch belastbare Zahnräder, Walzen, Rollen und Dosierventile aus Polyamid herstellt. 1989 startete die A-Punkt Automation, die heute Großmaschinen mit bis zu 60 Tonnen Gewicht für die Bearbeitung von Aluplatinen baut, die im Flugzeugbau zur Herstellung von Holmen eingesetzt werden.

Die jeweils "neuen Sachen", die Arthur Handtmann aufnahm oder anfing, "haben in den ersten fünf bis zehn Jahren nur rote Zahlen gebracht", berichtet er. "Und ich musste immer aus dem Ertrag der bereits existierenden Firmen Mittel abzweigen, um diese neuen Zweige bis zum Erfolg durchfüttern zu können." Dies erforderte, die Erträge weitgehend im Unternehmen zu belassen, was Handtmann wohl nicht allzu schwer fiel: "Im privaten Bereich sind wir sehr sparsam, so richtige Schwaben." So werde auch der Sohn die Gewinne für Innovationen und die Weiterentwicklung des Unternehmens einsetzen.

Neben der eigenen Bereitschaft, die Erträge immer wieder zu investieren und Neues zu wagen, war, so Handtmann, die Auswahl der Menschen das wichtigste Kriterium für den Erfolg. "Die Besten sind aus unserer Gegend, von den Bauernhöfen. Die sind arbeitsam, die sind intelligent und wenn es ihnen an Fremdsprachenkenntnissen mangelt, dann machen sie in den Ferien Sprachkurse." Arthur Handtmann selbst hatte dies nicht nötig: Seine Mutter war Engländerin, sie sprach mit dem Sohn nur englisch.

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