Bei zwei Busanschlägen kamen 11 Menschen ums Leben, dutzende wurden verletzt
Tote und Verletzte nach Busanschlägen im Kosovo

Reuters KOSOVO. Im Norden des Kosovo sind am Freitag bei einem Anschlag auf einen Bus nach Angaben der Kfor-Friedenstruppe sieben Serben getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Kfor-Brigadegeneral Robert Fry teilte mit, der Sprengstoff-Anschlag habe sich nahe dem so genannten Tor Drei im Grenzgebiet zwischen dem Kosovo und dem Süden Serbiens ereignet. Der Bus sei von Fahrzeugen der Kfor begleitet worden. Der Sprengsatz sei jedoch offenbar ferngezündet worden. Von den rund 60 Insassen seien sieben auf der Stelle tot gewesen. Zehn weitere hätten schwere Verletzungen erlitten. Zwei Verdächtige seien nahe des Tatortes festgenommen worden. Es sei aber noch nicht klar, ob sie die Täter seien.

Nato-Generalsekretär George Robertson verurteilte den Ansschlag als eine feige und abscheuliche Tat. Die Kfor sei für den Schutz aller Bürger des Kosovo zuständig und werde nicht ruhen, bis die Schuldigen gefasst seien. Auch die Bundesregierung verurteilte den Anschlag scharf. Die Brutalität dieses Terroraktes schockiere um so mehr, als es sich allem Anschein nach um ein gezieltes und sorgfältig vorbereitetes Attentat handele, hieß es in einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin. Alle verantwortlichen Kräfte im Kosovo seien aufgefordert, eine weitere Eskalation der Gewalt zu verhindern.

Proteste im Dorf nahe der Anschläge

In dem serbischen Dorf Gracanica, aus dem einige der Toten stammten, randalierten nach Kfor-Angaben rund 600 Einheimische. Sie blockierten Straßen und steckten das Auto des Uno-Verwaltungschefs der Region in Brand. Auch in einem Nachbartort kam es zu Ausschreitungen. Die Uno verwaltet die Region seit Mitte 1999, nachdem die jugoslawischen Truppen die Region nach dem Kosovo-Krieg geräumt hatten.

An der Grenze zwischen dem Süden Serbiens und der überwiegend von Albanern bewohnten Provinz Kosovo hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Zusammenstöße zwischen bewaffneten Albanern und serbischen Polizisten gegeben. Am Mittwoch waren ein serbischer Mann getötet und zwei Kinder verletzt worden, als ein Unbekannter einen Bus überfallen hatte.

Albanische Separatisten bildeten Untergrundarmee

Da in einer Pufferzone zwischen dem Kosovo und Serbien weder die jugoslawische Armee noch die Friedenstruppe Kfor Soldaten unterhalten darf, hatten albanische Separatisten dieses Vakuum für die Bildung einer Untergrundarmee genutzt. Die Regierung in Belgrad wirft den Albanern vor, sie wollten den Anschluss des südserbischen Presevo-Tales an den Kosovo erreichen. Mehrfach hatte es Gefechte zwischen Rebellen und der serbischen Polizei gegeben. Die Zahl der Aufständischen wird auf maximal 700 geschätzt.

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