Beide Märkte starten schwach
Regenzeit an der US-Börse

Die Schlechtwetterwolken wollen nicht abziehen. Erneut bringen schlechte Nachrichten und Gewinnwarnungen Amerikas Aktienmärkte vom Regen in die Traufe. Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index starten mit Punktverlusten in den Freitag. Schlechte Nachrichten bei Sun Microsystems sind am Morgen das Tagesgespräch und belasten die Märkte. Kursverluste bei Qualcomm, Veritas und Siebel kosten den Nasdaq zusätzlich Punkte.

NEW YORK. Sun Microsystems hat es richtig gemacht. Nein, gemeint ist nicht das Management, dass das Unternehmen nicht nur zu schwächeren Gewinn- und Umsatzwachstum führte. Gemeint ist Sun Investor Relations Abteilung, die die gestrige Analystenkonferenz auf einen Zeitpunkt nach Börsenschluss legte. So konnte die Aktie, die in dieser Woche ihr 52-Wochentief erreichte, zumindest gestern in Erwartung guter Nachrichten mit einem Gewinn von rund sechs Prozent aus dem Rennen gehen.

Doch die Börsianer wurden enttäuscht. Der Serverhersteller hat seine Gewinnerwartungen für das dritte Quartal und das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Für die enttäuschende Geschäftsentwicklung macht Sun - wie bereits viele seiner Kollegen - das schwache Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten verantwortlich. Brokerhäuser wie Merrill Lynch, die die Aktie bereits vor einigen Tagen abstuften, fühlen sich bestätigt. Die Aktie von Sun büßt in den ersten Handelsminuten rund 5,5 Prozent an Wert ein.

Das Schicksal eines eher trüben Börsentages teilt Motorola mit Sun. Der Mobilfunkhersteller wird im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres voraussichtlich keinen Gewinn ausweisen können. Verantwortlich für den Verlust im operativen Bereich macht der Konzern - ja, Sie wissen es, das - kränkelnde US-Wirtschaftswachstum. Anhaltend hohe Lageerbestände belasten das Unternehmen. Die Aktie notiert über zwei Prozent im Minus. Die Aktie von Nokia verliert sogar fast sechs Prozent. Unter Druck gerät erneut Qualcomm. Ihre Poolposition auf der Verliererliste der Nasdaqwerte gibt die Aktie auch heute nicht ab. Qualcomm verliert fast zwölf Prozent. Die Deutsche Bank Alex Brown reduziert die Einstufung für Qualcomm, Micro Devices und andere Werte des Telekommunikationssektors. Gespannt dürften Anleger auf die Analystenkonferenz bei Qualcomm in der kommenden Woche sein.

Bea Systems verliert in den ersten Handelsminuten fast fünf Prozent. Das E-Commerce-Unternehmen erwirtschaftete zwar im vergangenen Quartal einen Gewinn von zehn Cents pro Aktie und übertraf die Analystenerwartungen damit um einen Cent. Doch verfehlte der Umsatz die Erwartungen um vier Millionen Dollar. Goldman Sachs empfiehlt die Aktie dennoch zum Kauf. Anleger sehen das jedoch anders. Der Titel verliert fast 15 Prozent.

Ebenfalls schwächer notieren die Titel von Chiphersteller Xilinx und Altera. Negative Anaylstenkommentare kosten beide Werte am Morgen Punkte.

Und weil es nicht nur negative Nachrichten geben kann, sorgen William und General Motors mit erfreulichen Neuigkeiten zumindest für einen kleinen Lichtblick. General Motors hat auf einer Analystenkonferenz die Gewinnprognosen für 2001 bestätigt. Der US-Autokonzern will in Nordamerika in diesem Jahr mindestens zwei Milliarden Dollar erwirtschaften. Vor allem auf den Auslandsmärkten Asien, Europa und Lateinamerika soll das Geschäftsergebnis verbessert werden.

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