Beide Parteien verstärken sich
Krise in Mazedonien verschärft sich

Die albanische "Nationale Befreiungsarmee" (UCK) hat sich verstärkt, nachdem die mazedonische Armee einen Angriff angekündigt hatte. Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski lehnte im Vorfeld Verhandlungen mit der UCK ab. Die in Tetovo stationierten deutschen Soldaten haben die Kaserne weitgehend verlassen.

dpa TETOVO/SKOPJE. Die Mazedonien-Krise hat sich am Dienstag durch einen Truppenaufmarsch bei Tetovo erneut verschärft. Vor einer angekündigten Offensive der mazedonischen Sicherheitskräfte verstärkten auch die Guerillakämpfer der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) ihre Positionen zusätzlich. Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski hat Verhandlungen mit den albanischen Extremisten in seinem Land abgelehnt.

Im Zusammenhang mit den Kämpfen um die nordwestmazedonische Stadt erklärte Trajkovski am Dienstag bei der Eröffnung einer Konferenz südosteuropäischer Parlamentarier in Skopje, die Rebellen gefährdeten die Souveränität und territoriale Integrität Mazedoniens. "Sie müssen politisch und militärisch besiegt und aus Mazedonien verjagt werden", sagte der Staatschef. Verhandlungen werde es mit Extremisten nicht geben, "weil sie direkt gegen unsere Bemühungen vorgehen, eine multi- ethnische Gesellschaft zu schaffen".

Schätzungen gehen von bis zu 1 000 albanischen Kämpfern aus

Nachdem mazedonische Panzer in Tetovo eingetroffen waren, gab es am Dienstag Berichte aus unterschiedlichen Quellen über eine Verstärkung der Rebellen. Auch mazedonische Sicherheitskreise in Tetovo gingen inzwischen von insgesamt 800 bis zu 1 000 albanischen Kämpfern in den Dörfern um die besetzte Bergburg Kale aus. Albaner in Tetovo berichteten, es gebe Verstärkung. In den vergangenen Tagen hätten die Rebellen zudem unter der Dorfbevölkerung Männer rekrutiert, auch mit Zwang. Die Rebellen forderten in einer Erklärung erneut, als Verhandlungspartner anerkannt zu werden und drohten nach Medienberichten mit einen Angriff.

Am Dienstag herrschte bis zum späten Nachmittag gespannte Ruhe. Vereinzelt gab es Schießereien mit automatischen Waffen in den Außenbezirken der Albanerhochburg Tetovo. Ortsansässige Mazedonier berichteten Journalisten, es habe einen Angriff von UCK-Kämpfern gegeben, ein Haus sei in Brand geraten.

Deutsche Soldaten verlassen die Kaserne in Tetovo

Die deutschen Soldaten der in Tetovo stationierten Kosovo- Friedenstruppe hatten die gemeinsam mit mazedonischen Soldaten genutzte Kaserne in der Nacht weitgehend verlassen. Mazedonische Kräfte hätten unangekündigt Panzerfahrzeuge in die Kaserne gefahren, bestätigte Hauptmann Arne Pollei in Tetovo.

"Etwa 100 Meter entfernt sind Kampfpanzer in Stellung gegangen", sagte Pollei. "Wir betrachten es als eine Verschärfung der Situation." In der Nacht blieben nur ein kleiner Führungsstab und Sicherkräfte mit Leopard- und Marder-Panzern in Tetovo zurück. Sie sollen den deutschen Kasernenteil notfalls auch während ausgeweiteter Gefechte verteidigen.

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