Beiderseits Zugeständnisse
Bayern und DFL rauchen Friedenspfeife

Der FC Bayern München und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) haben ihren wochenlangen Streit bei einem geheimen Friedensgipfel in Frankfurt beendet und wollen in Zukunft wieder konstruktiv zusammenarbeiten. In einer mehrstündigen Sitzung räumten der DFL-Vorsitzender Werner Hackmann und Geschäftsführer Wilfried Straub mit der Bayern-Führungscrew um AG-Chef Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß bereits am Donnerstag hinter verschlossenen Türen die heftigen Differenzen aus.

HB/dpa FRANKFURT/MÜNCHEN. In einer am Freitag verbreiteten Erklärung teilten beide Seiten mit, dass "mit der Aussprache die Basis für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der DFL und ihrer Geschäftsführung sowie den Clubs des Ligaverbandes wieder hergestellt ist".

Die durch den umstrittenen Kirch-Vertrag des FC Bayern München bereits im Februar ausgebrochene Auseinandersetzung war ausgerechnet nach der Schließung eines Vergleichs zwischen DFL und Rekord-Meister am 12. April eskaliert. In einer Pressemitteilung hatte der Ligaverband Hoeneß "moralisch verwerfliches" Handeln und dem FC Bayern "Solidaritätsbruch" vorgeworfen. Daraufhin hatten die Bayern mit ihrem Wortführer Rummenigge den Rückzug aus den DFL-Gremien bekannt gegeben und einen Ausstieg aus der dezentralen TV-Vermarktung angedroht.

Bei dem damals schon als Friedensschluss gedachten Vergleich hatten sich DFL und FC Bayern auf eine Zahlung von drei Mill. ? durch den Verein als Reaktion auf den fragwürdigen 21,5 Mill. ? schweren Vermarktungsvertrag des Bundesliga-Primus mit der mittlerweile insolventen Kirch-Gruppe geeinigt.

Nach dem nun erfolgten Versöhnungsgespräch distanzierte sich die DFL von der Wortwahl in ihrer damaligen Pressemitteilung und bezeichnete diese gerade in den Hoeneß betreffenden Passagen als "unglücklich formuliert". Auch von einem damals erklärten "Schuldspruch" gegen den neuen deutschen Meister rückte die DFL ab, da dies der Natur eines Vergleichs widerspreche.

Der FC Bayern München widersprach seinerseits den im März durch Hoeneß geäußerten Vermutungen, DFL-Mitarbeiter könnten vertrauliche Daten aus Geschäftsunterlagen des Vereins an die Presse weitergereicht haben. Der Manager hatte damals angekündigt, in Zukunft keine Finanzunterlagen mehr an die DFL zu senden, nachdem Details aus dem bei der DFL zur Prüfung vorliegenden Kirch-Vertrag in verschiedenen Medien aufgetaucht waren.

Der Streit zwischen Ligaverband und 18-fachem deutschen Meister hatte in den vergangenen Wochen zu vielen Diskussionen geführt. Gerade die Führungsriege von Rivale Borussia Dortmund hatte sich immer wieder kritisch zu den Aktionen des FC Bayern, aber auch der Wortwahl durch die DFL geäußert. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hatte im Gegensatz zu Rummenigge zwischenzeitlich allerdings auch versöhnliche Töne gegenüber dem Ligaverband angeschlagen. Der "Kaiser" zeigte sich zudem humorvoll und wollte den FC Bayern zur Not aus der Bundesliga zurückzuziehen und in Italiens Seria A anmelden.

Der nun geschlossene "Friede von Frankfurt" dürfte allseits mit Erleichterung aufgenommen werden. "Ich bin ja froh, dass Ruhe ist", meldete sich in Karl-Heinz Wildmoser der Präsident vom TSV 1860 München als einer der ersten Konkurrenten zu Wort. Beim FC Bayern München und der DFL herrschte hingegen Schweigen. Beide Parteien haben sich vorerst darauf verständigt, keine weiteren Stellungnahmen zum Thema abzugeben.

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