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Beige Book drückt Stimmung

Es waren am Mittwochnachmittag die Daten des Beige Books, die New Yorks Aktienindizes tief rot färbten. Der Dow Jones Index verlor nach der Veröffentlichung des Wirtschaftsberichts über 100 Punkte. Der Index schloss mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 10 288 Zählern.

Einziger Gewinner der 30 US-Standardwerte war zum Handelschluss die Aktie von Coca Cola. Der Nasdaq Index büßte drei Prozent ein und rutschte 34 Punkte unter die psychologisch wichtige Marke von 2000 Punkten.

In der Zusammenfassung über die bisherige Entwicklung der US-Wirtschaft sagte die US-Notenbank, dass die US-Konjunktur weiterhin gehen eine Abkühlung kämpfe. Das verarbeitende Gewerbe werde auch weiterhin unter einer rückläufigen Auftragslage zu leiden hatte. Auch die Umsatzdaten im Einzelhandel fielen im Juni und Juli schwächer aus.

Für den Technologiesektor waren die Nachrichten wie Öl in die Flamme. Vor allem der Bereich der Netzausrüster hatte zur Wochenmitte mit der verhaltenen Prognose von Cisco Systems zu kämpfen. Die Aktie verlor über 6,6 Prozent. Auch noch am späten Nachmittag gehörte das Papier von Cisco Systems zu den am meisten gehandelten Werten. Die Nachfrage nach Netzausrüstung habe zwar in den USA die Talsohle erreicht, doch sei die Nachfragesituation in Europa und Asien weiterhin schlecht, sagte Cisco-Chef John Chambers. Der Umsatz im laufenden Quartal werde unverändert oder fünf Prozent niedriger als im vergangenen Vierteljahr ausfallen. Damit könnte Cisco Systems die Quartalsprognosen verfehlen. Das Brokerhaus Lehman Brothers senkte die Gewinnaussichten für 2002. Credit Suisse First Boston schätzte die Lagerbestände als nach wie vor bedenklich hoch ein und geht von einem anhaltenden Preisdruck für die Produkte aus. Die Aktie von Siebel Systems und Veritas Software büßten ebenfalls an Wert ein. Auch Ciscos größter Rivale Juniper Networks geriet unter Druck.

Von der schlechten Marktstimmung angesteckt, rutschte auch die Aktie von Microsoft ins Minus. Die Aktie verlor bis zu zwei Prozent. In der ersten Handelshälfte hatte das Papier noch von guten Analystenkommentaren vom Brokerhaus Salomon Smith Barney profitieren können. Die Analysten bestätigen das Papier mit "Outperformer". Die Anwälte des Softwaregiganten versuchen durch neue Strategien, das Ende des Prozesses um die Verletzung von Wettbewerbsrechten weiter herauszuzögern. Microsoft könnte seine neue Betriebssoftware Windows XP somit im Oktober ohne Probleme auf den Markt bringen.

Schwächer notierten am Mittwoch auch die Papiere des Mobilfunksektors. Der Bereich werde weiterhin unter sinkenden Kundenzahlen zu leiden haben, lautet der unerfreuliche Kommentar des Brokerhauses Merrill Lynch zum europäischen Telekombereich. Auch amerikanische Werte wie AT&T Wireless gerieten unter Druck. Auch Wal-Mart und andere Einzelhandelswerte konnten sich dem negativen Markttrend nicht entziehen und mussten ihre anfänglichen Gewinne abgeben. Noch bis zur Mittagsstunde hatte Wal-Mart die Gewinnerliste der Dow Jones Wert angeführt, nachdem das Brokerhaus Goldman Sachs mit zuversichtlichen Prognosen für positive Impulse sorgte. Nach der Welle von Entlassungen könnten die für die Erholung der US-Wirtschaft so wichtigen Konsumentenausgaben sinken, befürchten viele Marktteilnehmer. "The consumer is fine", sage hingegen Goldman Sachs, dem Verbraucher geht´s gut. Die Konsumentendaten dürften künftig auch weiterhin zufriedenstellend ausfallen. Die Entwicklung der Löhne, die Steuerpolitik der Bush-Regierung und die sinkenden Energiepreise könnten den positiven Trend verstärken. Das Papier von Wal-Mart empfehlen die Experten mit "Market Outperformer". Die Aktie von Kmart setzten sie auf "Market Performer". Wal-Mart verlor bis Handelsschluss ein Prozent, Home Depot rutschte über zwei Prozent ins Minus.

Die Aktie von Schering-Plough gewinnt gegen den negativen Markttrend an Wert, nachdem der Pharmakonzern von der US-Gesundheitsbehörde die Marktzulassung für ein Medikament zur Behandlung von Hepatitis C erhalten hat. Die Aktie gewann 0,45 Prozent.

Emulex verlor über neun Prozent, nachdem der Netzausrüster im vierten Quartal einen Verlust von 31,3 Millionen Dollar auswies. Bleiben Sonderbelastungen unberücksichtigt, erwirtschaftete Emulex einen Gewinn von elf Cents pro Aktie und konnte die Analystenerwartungen leicht übertreffen. Dennoch reduziert das Unternehmen die Gewinn- und Umsatzprognosen für das laufende Quartal und das Gesamtjahr 2002. Das Investmentteam von US Bancorp Piper Jaffray senkte die Gewinnerwartung für 2002 von 55 auf 40 Cents pro Aktie.

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