Beige Book
Konjunkturoptimismus an US-Börsen

Anhaltender Konjunkturoptimismus der Investoren, bestärkt durch den Konjunkturbericht "Beige Book" der US-Notenbank (Fed) hat die US-Aktienbörsen am Mittwoch in der Schlussphase des Geschäfts auf ihre Tageshöchststände getrieben. Händlern zufolge nahmen die Anleger die Aussage der Fed, dass sich Konjunkturentwicklung wenig verändert hat, vorsichtig optimistisch auf und als neues Signal für eine weitere Zinssenkung durch die Fed.

Reuters WASHINGTON. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt 1,42 Prozent höher mit rund 9183 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 1,28 Prozent auf etwa 997 Zähler zu, der Index der Technologiebörse Nasdaq 1,13 Prozent auf 1646 Punkte.

Die Fed hatte berichtet, die Konjunktur in den USA habe sich von April bis Mai dieses Jahres in den meisten Regionen weiter schleppend entwickelt. Das Ende des Irak-Krieges habe das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern zwar etwas gestärkt, aber nicht genug, um die Wirtschaft aus der Windstille zu führen.

Das Beige Book sei eine uneinheitliche Ansammlung wirtschaftliche Entwicklungen, sagte Peter Cardillo, Chefstratege bei Global Partners Securities. "Aber ich glaube, es es ist ein weiteres Indiz für eine Zinssenkung der Fed", fügte er hinzu.

Der für die Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) trifft am 24. und 25. Juni zu seiner nächsten turnusmäßigen Zinssitzung zusammen. Viele Volkswirte rechnen damit, dass die Fed angesichts des weiterhin schleppenden Konjunkturverlaufs ihren als Schlüsselzins geltenden Zielsatz für Tagesgeld vom derzeitigen 40-Jahres-Tief von 1,25 Prozent weiter senken wird.

Die Aktien von Texas Instruments, des weltgrößten Herstellers von Chips für Mobiltelefone, verloren 7,5 Prozent auf 18,86 Dollar. Das Unternehmen hatte am Vortag nach Börsenschluss eine Korrektur der Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Quartal mitgeteilt und dies mit schwächeren Geschäften in Asien wegen der wirtschaftlichen Folgen der Lungenkrankheit SARS begründet. Mit einer ähnlichen Begründung hatten zuletzt der weltgrößte Handyhersteller Nokia und US-Konkurrent Motorola ihre Umsatzprognosen gesenkt.

Einbußen für Freddie Mac

Zu den Kursgewinnern gehörten dagegen die Papiere des Computerherstellers IBM. Die Titel legten 2,77 Prozent auf 83,97 Dollar zu, nachdem die Investmentbank Merrill Lynch die Aktie auf ihre so genannte "Fokus-Liste" genommen hatte.

Unterstützung habe dem Markt zudem der Anstieg des US-Ölpreises auf mehr als 32 Dollar pro Barrel (knapp 159 Liter geliefert, sagten Händler. Ursache dafür seien der starke Rückgang der US-Ölvorräte in der vergangenen Woche und die Beibehaltung des Förder- und Exportlimits der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) von täglich 24,5 Millionen Barrel. Die Aktien des im Dow-Jones-Index gelisteten weltgrößten Energiekonzerns Exxon Mobile legten 1,76 Prozent auf 38,20 Dollar zu.

Erneute Einbußen verzeichneten dagegen die Papiere des zweitgrößten US-Baufinanzierers Freddie Mac auf Grund der Nachricht, dass nach mutmaßlichen Bilanzunregelmäßigkeiten die US-Börsenaufsicht SEC und die US-Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet haben. Die Titel verloren knapp drei Prozent auf 50,00 Dollar.

An der New Yorker Stock Exchange wechselten rund 1,5 Milliarden Aktien den Besitzer. 2388 Werte legten zu, 921 gaben nach und 172 waren unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,92 Milliarden Aktien 1880 im Plus, 1291 im Minus und vier unverändert.

An den US-Kreditmärkten notierten die zehnjährigen Staatsanleihen mit 103-14/32 um 6/32 niedriger und rentierten mit 3,217 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 7/32 auf 117-28/32 Zähler. Sie rentierten mit 4,268 Prozent.

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