Beilegung des Nahost-Konflikts hat Vorrang
Marokkos König sagt wegen Nahost-Konflikt Hochzeitsfeiern ab

Marokkos König Mohammed VI. hat wegen der angespannten Lage im Nahost-Konflikt seine Hochzeitsfeiern vorerst abgesagt.

dpa RABAT. Die Eheschließung des 38-jährigen Monarchen mit der 24 Jahre alten Informatik-Ingenieurin Salma Bennani sollte ursprünglich ab Freitag drei Tage lang mit landesweiten Festen gefeiert werden. Wie das Königshaus am Dienstag in Rabat mitteilte, wurden die Feierlichkeiten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Der Palastsprecher Hassan Aurid hatte am Vorabend zunächst mitgeteilt, die landesweiten Feiern vom 12. bis 14. April sollten durch ein Fest ersetzt werden, das im Familienkreis im königlichen Palast in der Stadt Marrakesch stattfinden sollte. Das Königshaus entschloss sich dann aber doch zu einer Verschiebung. Diese wurde damit begründet, dass die diplomatischen Bemühungen um eine Beilegung des Nahost-Konflikts Vorrang hätten.

Neuer Termin steht noch nicht fest

Ein neues Datum für die Feiern wurde nicht genannt. Am Sonntag hatten Hunderttausende von Marokkanern auf einer Großkundgebung in der Hauptstadt Rabat ihre Solidarität mit den Palästinensern zum Ausdruck gebracht. Ein neuer Termin für die Hochzeitsfeiern wurde nicht genannt. Die ursprünglich geplanten Feierlichkeiten hatten bei Beobachtern auch Rätselraten ausgelöst, weil bis wenige Tage vor dem geplanten Termin keine Einladungen an die Mitglieder ausländischer Königshäuser oder an andere Persönlichkeiten verschickt worden waren.

Die eigentliche Eheschließung des Königs war am 21. März mit der Unterzeichnung des Ehevertrags im engsten Familienkreis vollzogen worden. Der traditionelle Vertrag regelt die Rechte und Pflichten von Mann und Frau, legt aber auch die Höhe der so genannten Morgengabe, den zu zahlenden "Brautpreis", fest.

Der Monarch überraschte damals die Marokkaner mit der Veröffentlichung der ersten Fotos der Braut. So etwas hatte es in dem nordafrikanischen Land bis dahin nicht gegeben. Mit den Fotos brach der König mit der üblichen Geheimhaltung des Hofes in familiären Angelegenheiten. Von seiner Mutter, der Ehefrau seines 1999 gestorbenen Vaters Hassan II., gab es nie ein offizielles Foto. Sie ist dem Volk praktisch unbekannt.

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