Beim Gewinn Prognose bestätigt
Nokia erwartet schwächeren Umsatz bei Handys

Nach dem trüben Ausblick seines US-Konkurrenten Motorola hat am Dienstag auch der weltgrößte Mobilfunkhersteller Nokia die Erwartungen für sein Handy-Geschäft heruntergeschraubt.

Reuters HELSINKI. Wie Motorola begründete Nokia dies mit den wirtschaftlichen Folgen der in Asien ausgebrochenen Lungenkrankheit Sars. Zudem verwies der Konzern auf die schwache Weltkonjunktur und die Dollar-Talfahrt. Die Prognose für den Quartalsgewinn ließ Nokia indes unverändert. An der Börse gaben Nokia-Aktien zunächst leicht nach, drehten im Verlauf aber zeitweise ins Plus. Analysten sagten, das Unternehmen habe die Erwartungen der Märkte weitgehend erfüllt.

Das Umsatzwachstum bei Handys im zweiten Quartal werde am unteren Ende einer bislang angepeilten Spanne von vier bis zwölf Prozent oder sogar darunter liegen, teilte Nokia am Dienstag in Helsinki mit. Das Handy-Geschäft macht etwa 80 Prozent des Umsatzes aus und sorgt für den Gewinn bei Nokia. Die Sparte werde profitabel bleiben und der Marktanteil von 38 Prozent im ersten Quartal weiter steigen.

Für das unter der Zurückhaltung von Telefon-Betreibern leidende Netzwerkgeschäft bekräftigte Nokia die Höhe der Sonderbelastung von 350 bis 400 Millionen Euro. Ohne diese könnte die Sparte aber im zweiten Quartal den Break-Even-Punkt erreichen. Der Umsatz dürfte bis zu fünf Prozent zulegen, prognostizierte Nokia zur Überraschung einiger Analysten. Dies habe vermutlich dazu beigetragen, dass Nokia seine Gewinnprognose unverändert lassen konnte, mutmaßte ein Analyst. Die Problem-Sparte hat aber bereits im Jahresvergleich den Gewinn von Nokia gedrückt, wie das Unternehmen mitteilte. Der Pro-Forma-Gewinn je Aktie werde mit 0,13 bis 0,16 Euro unter dem Vorjahresniveau von 0,19 Euro je Aktie liegen. Damit bestätigte Nokia aber zur Erleichterung der Märkte seine bisherigen Prognosen.

Eine Prognose für das Gesamtjahr gab Nokia nicht ab. Für Mittwoch ist aber ein Zwischenbericht zur Gesamtstrategie geplant.

Nokia leidet nicht nur unter SARS

Der Absatz spiegele die allgemein schwache konjunkturelle Lage in den USA und Europa, Währungsschwankungen und die Folgen von Sars für das Verbraucherverhalten vor allem in China wider, teilte das finnische Unternehmen weiter mit. Die vor allem in China und Hongkong verbreitete Krankheit Sars hatte die Menschen so verunsichert, dass viele tagelang zu Hause blieben. Darunter litt vor allem der Einzelhandel und dies hatte auch Motorola die Quartalsbilanz verhagelt. Zudem hatte das Unternehmen auch eine Revision der Prognosen für das Gesamtjahr angekündigt. Analysten verwiesen aber darauf, dass Nokia weniger als zehn Prozent seines Umsatzes in China, dem weltweit größten Handy-Markt, generiert. Motorola sei dagegen von diesem Markt erheblich abhängiger.

Anders als Motorola verwies Nokia auch auf negative Folgen des Anstiegs des Euro-Kurses in den vergangenen Monaten. Der Höhenflug der Gemeinschaftswährung erschwert die Exportchancen der Länder der Euro-Zone gegenüber US-Unternehmen, deren Produkte sich für die Käufer allein durch die Währungsumrechnung verbilligen.

Analysten mit Nokia zufrieden

An den Börsen blieb der Nokia-Bericht ohne große Auswirkungen auf die Kurse. Händler verwiesen darauf, dass der Markt nach den Motorola-Aussagen schon vorgewarnt gewesen seien. Insgesamt seien die Aussagen Nokias wenig bemerkenswert, wie ein Fondsmanager in London erläuterte. "Sie sind beim Umsatz ziemlich vorsichtig, aber das war nach Sars und angesichts des allgemeinen Umfelds erwartet worden", fügte er hinzu.

Die Anleger reagierten an der Börse in Helsinki recht unentschieden: Der Aktienkurs schwankte meist um seinen Vortagesschluss von 15,36 Dollar.

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