Beim Referenzkursverfahren Öffentlicher Banken wurde der Euro mit 88,48 US-Cents ermittelt.
Euro vor Dänemark-Referendum weiter gut behauptet

Anhaltende Spekulationen über mögliche neue Notenbank-Interventionen und das bevorstehende Referendum in Dänemark zur Einführung des Euro haben am Mittwoch die Gemeinschaftswährung erneut deutlich gestützt.

Reuters FRANKFURT. Die Marktteilnehmer seien kurz vor dem Referendum am Donnerstag sehr nervös und erwarteten, dass das dänische Ergebnis für die weitere Entwicklung des Euro ausschlaggebend sein werde, sagten Händler. Obwohl sich der Vorsprung der Euro-Gegner laut Umfragen verringert hätte, sei der Ausgang noch völlig offen.

EU-Kommission und Europäische Zentralbank (EZB) dementierten unterdessen, Duisenberg habe gegenüber einer schweizer Zeitung gesagt, Dänemark müsse im Falle eines Beitritts zur Euro-Zone sein Rentensystem reformieren.

Beim Referenzkursverfahren Öffentlicher Banken wurde der Euro mit 88,48 US-Cents nach 87,82 Cents am Vortag ermittelt. Ein Dollar kostete damit 2,21 (2,22) DM.

"Der Euro gewinnt langsam aber sicher an Wert", sagte ein Händler in München. Dies sei auf die weiterhin vorhandene Erwartung zurückzuführen, die Notenbanken könnten erneut zu Gunsten des Euro am Devisenmarkt intervenieren. Ein abrupter Kurssprung sei ohnehin nicht erwünscht und wäre auch zu viel verlangt, sagte der Händler. Die meisten Händler warnten jedoch, mit einer nachhaltigen Erholung des Euro sei weder durch einen Beitritt Dänemarks in die Währungsunion noch durch Interventionen der Notenbanken zu rechnen, sagten Währungsexperten. Dazu sei eine geringere Zinsdifferenz zwischen den USA und der Euro-Zone sowie weitere strukturelle Reformen in Europa nötig. Die Unsicherheit über den Ausgang des dänischen Referendums sorgte am Mittwoch Händlern zufolge jedoch für eine zunehmende Zurückhaltung der Marktteilnehmer und verhinderte so erneute Kursverluste des Euro.

Ein Nein der Dänen werde auch ein Beitritt Schwedens zur Währungsunion herauszögern.

Das Referendum bereite den Märkten Kopfschmerzen, da nicht abzusehen sei, wie ausschlaggebend das Ergebnis auf den Euro-Kurs sein werde, sagten Händler. Ein Nein der Dänen werde vermutlich nicht nur dem Euro-Wechselkurs Schaden zufügen. Dies werde zudem die Entscheidung der Schweden über den Beitritt zur Währungsunion herauszögern. "Es würde aus politischer Sicht schwieriger, Leute künftig zum Beitritt zu überreden", sagte Christel Aranda-Hassel, Volkswirtin bei Credit Suisse First Boston in London.

Nach Angaben des Instituts "Vilstrup" führten die Euro-Befürworter am Mittwoch mit 46 zu 44 %. In der jüngsten Gallup-Umfrage lagen dagegen die Euro-Gegner mit 47 zu 41 % vorne.

Aussagen von EZB-Präsident Wim Duisenberg könnten jedoch die Ablehnung der dänischen Euro-Skeptiker gegenüber dem Euro verhärtet haben, sagten Händler. Die Schweizer Wochenzeitung "HandelsZeitung" hatte Duisenberg am Mittwoch mit den Worten zitiert, die EZB werde im Falle eines Beitritts Dänemarks zur Währungsunion auf eine Reform des dänischen Rentensystems dringen. Ein Sprecher der EU-Kommission und auch die Europäische Zentralbank (EZB) dementierten, dass sich Duisenberg gegenüber der Zeitung über Dänemark geäussert habe.

Die Dänen stimmen am Donnerstag über Beitritt zur Währungsunion ab.

Als "Unfug" bezeichnete ein Sprecher der EU-Kommission den Bericht. "Das ist in keiner Weise der Fall", sagte Kommissionssprecher Jonathan Faull. Die EZB erklärte, Duisenberg habe der Handelszeitung kein Interview gegeben. Die von der Schweizer Zeitung verbreiteten Äußerungen würden einem Gespräch mit dänischen Journalisten vom 13. September entstammen. In Dänemark wird am (morgigen) Donnerstag über einen Beitritt zur Europäischen Währungsunion abgestimmt. Umfragen zufolge ist mit einem knappen Ausgang zu rechnen.

Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Christian Noyer bestätigte unterdessen das Interesse der EZB an einem starken Euro. "Wir sind an einem starken Euro interessiert", sagte Noyer am Mittwoch auf einem Bankensymposium in der Universität Duisburg.

Bundesbank-Präsident Ernst Welteke äußerte sich zuversichtlich über das Aufwärtspotenzial des Euro. Einer Vorabmeldung des Magazins "Stern" zufolge sagte Welteke, er sei "sicher, dass die Schwäche des Euro nicht anhalten" werde.

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