Beim Schweizer Pharmakonzern scheint das Gröbste überstanden
Roche hinkt Marktwachstum weiter hinterher

Der Schweizer Pharmakonzern Roche erwartet nach stagnierenden Pharmaverkäufen im ersten Quartal 2001 im Gesamtjahr eine Annäherung an das Marktwachstum. Trotz einer Beschleunigung im zweiten Halbjahr werde das Wachstum aber noch hinter dem des Gesamtmarktes zurückbleiben, sagte Konzernchef Franz Humer am Mittwoch.

Reuters BASEL. "Ich nehme an, dass wir dieses Jahr noch unter dem Marktwachstum liegen werden, aber schon näher daran", sagte er. Humer rechnet aber auch damit, dass sich das Marktwachstum im laufenden Jahr auf um acht Prozent verlangsamt.

Im ersten Quartal 2001 lagen die Pharmaverkäufe bei 4,488 Milliarden sfr; das entsprach in lokalen Währungen einem Nullwachstum und in Franken einem Rückgang um zwei Prozent. Insgesamt steigerte Roche den Konzernumsatz in den ersten drei Monaten um vier Prozent in Lokalwährungen und drei Prozent in Franken auf 7,020 Milliarden sfr. Analysten hatten für das erste Quartal mit Verkäufen zwischen 6,99 bis 7,35 Milliarden sfr gerechnet. Die Pharmaverkäufe waren mit 4,51 bis 4,81 Milliarden sfr prognostiziert worden.

An der freundlichen Schweizer Börse notierten die Roche-Genussscheine am Morgen deutlich fester. Im Markt hiess es, es scheine als ob bei Roche nun das Gröbste vorbei und die Talsohle erreicht sei. Im Kurs sei sehr viel Negatives eingepreist und es gebe sehr viele offene Positionen im Markt. Der "Bon" Roche hat in diesem Jahr bisher fast 30 Prozent an Wert verloren.

Humer bekräftigte, dass die Betriebsergebnis-Marge im Konzern in 2001 leicht unter dem Vorjahreswert von 16,1 Prozent liegen werde. "Ich stehe dazu, dass sich die Betriebsergebnis-Marge leicht verringern wird", sagte er. Angaben zur absoluten Entwicklung des Betriebsergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) oder Nettoergebnis wollte der Roche-Chef "zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht" machen. Im Jahr 2000 steigerte Roch den um Sonderfaktoren adjustierten Reingewinn um 14 Prozent auf 5,014 Milliarden sfr und das Betriebsergebnis um fünf Prozent auf 4,301 Milliarden sfr.

Maßnahmen zur Prifitabilitätssteigerung eingeleitet

Humer sagte, Roche habe eine Reihe vom Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität eingeleitet. Nun müsse aber abgewartet werden, was damit für Ergebnisse erzielt werden könnten. Mittel- bis langfristig soll laut Humer die Ebit-Marge der größten Division Pharma wieder auf 20 bis 25 Prozent erhöht werden, von 18,4 Prozent im vergangenen Jahr.

Beim Schlankheitsmedikament Xenical sei der rückläufige Verschreibungstrend gestoppt und es zeichne sich ein leichter Aufwärtstrend ab, erklärte Humer weiter. Der Umsatz des Vorjahresquartals sei im ersten Quartal erreicht worden. Dabei sei zu berücksichtigen, dass der März 2000 bislang der beste Umsatzmonat für das Medikament gewesen sei. Pharma spüre immer noch den Effekt auslaufender Patente, sagte Humer. Das werde aber bis zum Ende des zweiten Quartals beendet sein.

Roche arbeitet laut Humer aktiv an einer Reihe von Projekten sowohl betreffend Produkte-Akquisitionen als auch Co und Co-Marketing. -Promotion Im ersten Quartal konnte gemeinsam mit der US-Konzerntochter Genentech ein wichtiges Krebsmedikament von OSI Pharmaceuticals hereinlizensiert werden.

Die Division Diagnostics setzte laut Roche im ersten Quartal ihren Erfolgskurs fort; der Umsatz stieg in Lokalwährungen um 18 Prozent und in Franken um 15 Prozent auf 1,644 Milliarden sfr. Die Verkäufe des Bereichs Vitamine und Feinchemikalien nahmen um jeweils vier Prozent in Lokalwährungen und in Franken auf 888 Millionen sfr zu.

Die Commerzbank stufte den Roche-Schein auf "Kaufen" hoch.

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