Beispiel Sal. Oppenheim
Banken setzen auf Outsourcing

Von 200 Privatbanken im Jahr 1965 sind nur noch 43 übrig geblieben. Und der Trend setzt sich fort. Deshalb setzen viele Banken auf Outsourcing, um im wachsenden Wettbewerbsdruck bestehen zu können.

FRANKFURT. Vor allem die fixen Kosten haben dem Bankhaus Sal. Oppenheim in der Vergangenheit zu schaffen gemacht. "Deshalb mussten wir uns neu positionieren", sagte Johannes Maret, persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses, am Donnerstag in Frankfurt auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch". Ein Mittel zum Zweck: Die Fremdvergabe von Standardleistungen. In einem ersten Schritt haben die Privatbankiers daher sämtliche EDV-Dienstleistungen extern vergeben.

So entschied sich das Bankhaus im Dezember 1999 zur Wertpapier- und Derivate-Abwicklung für die Systeme der ETB AG. Der Dienstleister hat einen Zeitplan aufgestellt und hinkt diesem nach Marets Aussage nur minimal hinterher. Im September soll die Derivateabwicklung komplett auf ETB-Systemen laufen, ab Oktober auch der Wertpapierhandel. Bis Mitte 2001 wollen die Privatbanker dann sämtlichen Zahlungsverkehr, Geld- und Devisenabwicklung so abwickeln.

Doch allzu lange will sich Sal Oppenheim nicht binden. Nach fünfjähriger Laufzeit endet der Vertrag. Maret: "Dann werden wir prüfen, ob wir auf dem Markt standardisierte Leistungen auch anderweitig einkaufen können - oder ob ETB weiter unser Idealpartner ist."

Ein anderer potenzieller Partner könnte zum Beispiel die Düsseldorfer Gesellschaft WPS-Bank (Wertpapier Bank AG)-Service sein. Wilfried Bolte von der WPS Bank erwartet, dass in Zukunft lediglich große Anbieter wettbewerbsfähig sein können. Profiteure des Kostendrucks seien die Anbieter externer Abwicklungsleistungen, die eine effiziente IT-Struktur gewährleisten müssten. Für solche Firmen sei aber eine frühzeitige Spezialisierung wichtig.

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