Beitragsbelastung der deutschen Wirtschaft erhöht sich
Terror-Spezialversicherer startet im September

Der von der deutschen Versicherungswirtschaft angestrebte Spezialversicherer zur Abdeckung von Extremschäden durch Terroranschläge soll Verbandsangaben zufolge in Kürze gegründet werden.

rtr HANNOVER. Das von Versicherungskonzernen und dem Staat gemeinsam getragene Unternehmen solle von September an Deckungskonzepte anbieten, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag in Hannover mit. Als Arbeitstitel für den Spezialversicherer sei "Extremus" gewählt worden. Das Unternehmen soll den Angaben zufolge Risiken decken, deren Versicherungssumme oberhalb von 25 Mill. ? liegt.

Die Konstruktion soll sicherstellen, dass im Falle eines Terroranschlages ausreichend Kapital zur Verfügung steht, um möglicherweise sehr hohe Schäden zu begleichen. Dazu wurde ein dreistufiges Modell gewählt. In einem ersten Schritt haben sich den Angaben des GDV die deutschen Erst- und Rückversicherer bereit erklärt, 1,5 Mrd. ? an Kapazität zur Verfügung zu stellen. Weitere 1,5 Mrd. ? sollen bei Bedarf bei internationalen Erst- und Rückversicherern beschafft werden. Oberhalb der Marke von drei Mrd. ? setze eine staatliche Garantie von bis zu zehn Mrd. ? ein. Die Bundesregierung habe sich bereit erklärt, eine Haftung in dieser Höhe zu übernehmen, sofern die Versicherer zuvor Schäden in der Größenordnung von bis zu drei Mrd. ? zu zeichnen im Stande seien, hieß es. Bei einem Anschlag wie auf das World Trade Center in New York würden in Deutschland nach früheren Verbandsschätzungen Schäden von fünf bis sechs Mrd. ? drohen.

Durch die Versicherung gegen Terroranschläge werde sich die Beitragsbelastung der deutschen Wirtschaft um rund 500 Mill. ? erhöhen. Dies entspreche etwa einem Prozent des Gesamtumsatzes der Versicherer und fünf Prozent der gesamten Versicherungsprämien der deutschen Industrie, sagte der Vorsitzende des Hauptausschusses der Schaden- und Unfallversicherer im GDV, Bruno Gas.

Im laufenden Jahr erwarten die Schaden- und Unfallversicherer den Angaben zufolge ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigeres Beitragswachstum von 2,2 %. 2001 hatten sich die Beitragseinnahmen um 3,0 % auf 49,9 Mrd. ? erhöht. Dabei dürften höhere Beitragseinnahmen in der Industrieversicherung allerdings nicht ausreichen, um die Sparte aus den roten Zahlen heraus zu führen. Auch das Beitragswachstum in der Kraftfahrtversicherung werde sich voraussichtlich deutlich abflachen, so dass auch diese Sparte nach wie vor einen versicherungstechnischen Verlust ausweisen werde. Eine Vielzahl von Stürmen zu Jahresanfang schlage sich zudem in einer höheren Schadensprognose der Wohngebäudeversicherung nieder. Insgesamt werde die Schaden- und Unfallversicherung nach einem leichten Plus 2001 im laufenden Jahr daher beim versicherungstechnischen Ergebnis einen leichten Verlust ausweisen, sagte Gas seinem Redemanuskript zufolge.

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