Beitrittsländer fürchten Flucht der Fachkräfte
Alle werden reicher – im Schnitt

Wären die Europäer ein einziges großes Staatsvolk, so wären sorgenvolle Debatten um Produktionsverlagerungen und Jobkonkurrenz obsolet: Deutsche Europäer könnten sich brüderlich mit tschechischen oder polnischen Europäern über Wohlstandsgewinne freuen, selbst wenn dazu ein paar Unternehmen aus Deutschland abwandern müssten.

BERLIN. Unternehmerische Standortentscheidungen zu Gunsten der Beitrittsländer wären für die Alt-EU nicht problematischer als die neue Leipziger BMW-Produktion für die Westdeutschen.

Oder abstrakt formuliert: "Die EU-Erweiterung dient der Optimierung der gesellschaftlichen Wohlfahrt insgesamt", sagt Klaus Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Dass die Integration den europäischen Wohlstand per saldo mehrt, stellen zwar selbst skeptische Experten kaum in Frage. Doch das räumt eben nicht die Sorgen im Einzelfall aus.

Der Vorteil der Erweiterung liegt im Prinzip darin, dass Unternehmen ihre Produktion effizienter organisieren können. Ein größerer Binnenmarkt bringt kostensenkende Größenvorteile. Ein einheitlicher, verlässlicher Rechtsrahmen begünstigt neue regionale Spezialisierungen und erlaubt so eine verbesserte Arbeitsteilung.

Nur führt das eben zum Beispiel dazu, dass mehr industrielle Produktion nach Osten wandert und es weniger Arbeitsplätze für gering qualifizierte Menschen in Deutschland gibt. Denen nützt es einstweilen wenig, wenn wegen höherer Gewinne deutscher Unternehmen insgesamt auch der Wohlstand hier zu Lande wächst - ebenso wenig, wie wenn dafür die Nachfrage nach Spezialisten steigt.

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