Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse verschoben
Bon gerät wegen Mobilcom stark unter Druck

Die Hängepartie in Sachen Mobilcom wird für France Télécom (FT) zu einer immer größeren Belastung. Die Aktie des französischen Kommunikationsriesen hat an den vergangenen acht Handelstagen mehr als 30 % verloren.

cn PARIS. Grund: Das Unternehmen hat die Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse um eine Woche auf den 13. September verschoben. Bis dahin will France-Télécom-Chef Michel Bon endgültig entscheiden, ob FT das Büdelsdorfer Mobilfunkunternehmen ganz übernimmt oder nicht.

Gerüchte über eine mögliche Ablösung von FT-Chef Michel Bon beschleunigten den Absturz der FT-Aktie. Nach Informationen der Pariser Wirtschaftszeitung "L?Expansion" hat Frankreichs Regierung, mit 54 % Hauptaktionär von FT, Airbus-Chef Noël Forgeard als Bon-Nachfolger ausgeguckt. Airbus dementierte jedoch umgehend: "Herr Forgeard hat erst Mitte Juli unterstrichen, dass er keinerlei Absichten hat, Airbus zu verlassen." Auch im Umfeld von Bon gibt man sich entspannt: "Solche Gerüchte tauchen auf und sie verschwinden auch wieder." An den Börsen sehen die Händler jedoch eine Parallele zum Fall Ron Sommer: Kurz vor seiner Entlassung gab es reichlich Dementis.

Genährt werden die Gerüchte über Bons Entlassung von einem Streit des FT-Chefs mit der französischen Regierung über Mobilcom. Presseberichten zufolge wünscht Finanzminister Francis Mer, dass France Télécom Mobilcom ganz übernimmt, und so im wichtigen deutschen Mobilfunkmarkt langfristig präsent bleibt. Bisher hält FT 28,5 % an dem Unternehmen. Bon dagegen tendiere dazu, Mobilcom fallen zu lassen. Denn er will den Schuldenberg von 70 Mrd. Euro nicht noch weiter vergrößern - Mobilcom ist mit 6,4 Mrd. Euro verschuldet. Das Finanzministerium und FT wollten den Strategiestreit nicht kommentieren.

"Die überraschende Verschiebung der Ergebnis-Publikation zeigt, dass Bon mit seinem Hauptaktionär in der zentralen Mobilcom-Frage über Kreuz liegt", sagte ein Pariser Analyst. Bon hat die Bekanntgabe verschoben, da er offenbar nicht den Fehler von Vivendi-Chef Jean-René Fourtou wiederholen will. Fourtou hatte sich bei Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse nur unbestimmt zur Strategie geäußert, woraufhin die Vivendi-Aktie einbrach. Bon ließ versichern, bis zum 13. September werde die Mobilcom-Frage gelöst sein.

Quelle: Handelsblatt

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