Bekennerschreiben von Atomkraftgegnern gefunden
Bahn-Anschlag bei Potsdam behindert Zugverkehr für sechs Stunden

Unbekannte haben bei Potsdam den in dieser Woche fünften Anschlag auf eine Bahnstrecke in der Hauptstadtregion verübt. Der Zugverkehr sei durch die Schäden für sechs Stunden behindert worden, teilte die Deutsche Bahn AG am Freitag in Berlin mit.

afp BERLIN/POTSDAM. Zwischen dem Potsdamer Bahnhof Wildpark und der Nachbarstadt Werder hatten die Täter eine Hakenkralle in die Oberleitung gehängt. Ein Regionalexpress, der sich auf der Fahrt von Berlin-Zoo nach Brandenburg an der Havel befand, fuhr am Morgen gegen fünf Uhr in die Hakenkralle. Verletzt wurde niemand. Die Oberleitung sowie der Stromabnehmer der Lokomotive wurden beschädigt. Der Zug konnte ohne Strom in den Bahnhof Werder ausrollen. Im zeitweilig eingleisigen Bahnverkehr von Berlin Richtung Magdeburg traten Verspätungen von jeweils rund 20 Minuten auf.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Potsdam wurde am Tatort ein Bekennerschreiben gefunden, das Bezüge zur Atomkraftgegner-Szene enthält. Der Staatsschutz der Polizei ermittelt wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Zuvor waren in dieser Woche bereits Anschläge an ingesamt vier Stellen in Berlin registriert worden, zu denen sich ebenfalls Atomkraftgegner bekannt hatten. Am Dienstag war es zwischen Lüneburg und Dannenberg zu einem Anschlag auf jene Bahnstrecke gekommen, auf der im November der nächste Atommülltransport in das Zwischenlager Gorleben rollen soll.

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