Belagerung von Arafats Amtssitz dauert an
Israel startet neue Militäroffensive im Westjordanland

Die israelischen Streitkräfte haben am Dienstag eine neue Offensive im Westjordanland gestartet. Die Armee rückte mit zehn Panzern in Tulkarem ein und verhängte eine Ausgehsperre.

ap JERUSALEM. In Ramallah belagerten Soldaten den zweiten Tag in Folge den Amtssitz des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat. Bei einer Explosion südlich von Hebron wurden drei israelische Schüler verletzt, einer von ihnen schwer.

Die Streitkräfte durchsuchten Häuser in Tulkarem und nahe gelegenen Ortschaften nach mutmaßlichen Terroristen. In Ramallah wurden laut Armeeangaben mehr als 30 Verdächtige festgenommen und zwei Autobomben sicher gestellt. Arafats Amtssitz werde vorläufig umstellt bleiben, um Attentäter an der Zuflucht auf das Gelände zu hindern. Arafat hielt sich nach palästinensischen Angaben am Dienstag weiter dort auf und war unverletzt.

In der Nacht war die israelische Armee kurzzeitig in das palästinensische Flüchtlingslager Dheischeh bei Bethlehem einmarschiert. Wie aus Militärkreisen verlautete, betrat eine Armeepatrouille gegen Mitternacht das Lager. Nach mehreren Stunden seien die Soldaten wieder abgezogen. Es sei niemand festgenommen worden.

Bush und Scharon kritisieren Arafat

Am Montag hatte US-Präsident George W. Bush nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon seine Kritik an Arafat erneuert. "Niemand hat Vertrauen in die entstehende palästinensische Regierung", sagte Bush in Washington. Scharon bekräftigte, es werde keinen Frieden geben, bis die Terroranschläge gegen Israel aufhörten und Arafat ersetzt sei.

"Wir brauchen einen Verhandlungspartner", sagte Scharon zu Bush. "Einen solchen Partner sehen wir noch nicht." Bush erklärte, die Umstände seien noch nicht reif für eine internationale Nahost-Friedenskonferenz, die für den Sommer geplant ist.

Es fehle Vertrauen in die palästinensische Führung, bemängelte der US-Präsident. Erforderlich seien Schritte in Richtung Sicherheit, Transparenz in Wirtschaftsangelegenheiten, Maßnahmen gegen Korruption und eine von Gerichten durchgesetzte Rechtsstaatlichkeit. Auch Scharon äußerte sich zufrieden über das Treffen mit Bush. Es war bereits die sechste Begegnung der beiden Politiker.

In Hebron wurden am Dienstagmorgen die Leichen zweier Palästinenser gefunden, die offenbar wegen einer Zusammenarbeit mit Israel getötet wurden. Einer der Toten lag genau an der Stelle, wo am 23. April der örtliche Führer der Al-Aksa-Brigaden bei einem israelischen Hubschrauberangriff gezielt getötet wurde. Die beiden sollen Israel Hinweise auf den Aufenthaltsort des Milizführers gegeben haben.

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