Belastung der Kapitalmärkte
Hannover Rück revidiert Ergebnisprognose

Der Rückversicherer Hannover Rück hat in den ersten neun Monaten 2002 seinen Gewinn deutlich gesteigert, erwartet wegen der schwachen Kapitalmärkte im Gesamtjahr aber ein niedrigeres operatives Ergebnis als ursprünglich geplant.

Reuters HANNOVER. Wie der weltweit fünftgrößte Rückversicherer am Mittwoch in einem Zwischenbericht mitteilte, erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von Januar bis September auf 352,2 Millionen Euro von minus 82,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Nach Steuern sei ein Überschuss von 207,8 Millionen Euro verbucht worden nach einem Verlust von 84,7 Millionen Euro im Vorjahr. Beim Vergleich sei allerdings zu berücksichtigen, dass die Zahlen wegen der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA stark verzerrt seien. Die Nettoprämie habe sich in den ersten neun Monaten um eine Milliarde auf 5,3 Milliarden Euro erhöht.

Hauptsächlich wegen der Belastung der Kapitalmärkte erwarte das Unternehmen für das Gesamtjahr ein niedrigeres operatives Ergebnis (Ebit) als bislang geplant. Anfang Oktober hatte die Hannover Rück noch ein operatives Ergebnis von rund 600 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Bedingt durch eine niedrigere als erwartete Steuerlast sei man zuversichtlich, wie prognostiziert einen Jahresüberschuss von rund 300 Millionen Euro zu erzielen.

Das größte und derzeit profitabelste Geschäft der Hannover Rück sei das Geschäft der Schaden-Rückversicherung, hieß es weiter. Die Nettoprämie sei in dem Segment in den ersten neun Monaten um 48 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro gewachsen. Die Vertragserneuerungen im dritten Quartal - insbesondere in den USA - hätten gezeigt, dass der Markt derzeit für Rückversicherer äußerst günstig sei, teilte der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Zeller mit.

Dagegen habe sich das Personen-Rückversicherungsgeschäft verhalten entwickelt. Auf Grund eines deutlich höheren Selbstbehaltes seien die Nettoprämieneinnahmen in der Personen-Rückversicherung um 10,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro geklettert. Dagegen hätten die Brutto-Prämieneinnahmen mit 1,614 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahresniveau gelegen. In diesem Segment hätten Abschreibungen auf Kapitalanlagen insbesondere bei ausländischen Tochtergesellschaften das Ergebnis belastet. Im Programmgeschäft sei die Nettoprämie hingegen um 63,3 Prozent auf 578,9 Millionen Euro gestiegen.

Der Rückgang des Prämienvolumens in der Finanz-Rückversicherung - brutto wie netto - sei auf außerordentliche Prämieneffekte in den beiden Vorjahren zurückzuführen. Die Brutto- und Nettoprämieneinnahmen sanken hier um 36,4 Prozent auf 732,6 Millionen Euro beziehungsweise um 31,8 Prozent auf 516,5 Millionen Euro.

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