Belastung durch Kreditausfälle
Berenberg bestätigt Einschätzungen für Finanztitel nach Enron-Pleite

Die Berenberg Bank hat am Dienstag nach dem Zusammenbruch des US-Energiehändlers Enron ihre Einschätzungen für deutsche Finanztitel bestätigt.

dpa-afx HAMBURG. Anders als amerikanische und britische Kreditinstitute seien deutschen Banken nicht so stark mit Krediten beteiligt, dass eine Änderung der Einstufung erforderlich sei, schrieb Analyst Andreas Pläsier in einer am Dienstag in Hamburg veröffentlichten Studie.

Das Engagement aller Gläubiger bei Enron bezifferte der Experte auf einen Betrag zwischen 5,5 und 6 Mrd. Euro. Für die deutschen Großbanken erwartet er eine maximale Belastung ohne die Sicherheiten von 295 Mill. Euro. Die gewährten Kredite seien zu etwa 20 Prozent gedeckt.

Hypo-Vereinsbank und Dresdner Bank die größten Enron Gläubiger

Die größte absolute Belastung durch Kreditausfälle dürfte sich bei der Hypo-Vereinsbank und Dresdner Bank jeweils mit etwa 88 Mill. Euro ergeben, hieß es. Die Engagements bei der Commerzbank und der Deutschen Bank sollten zu Abschreibungen in Höhe von 16 Mill. Euro bzw. 44 Mill. Euro führen.

Die Deutsche Bank sei trotz ihrer starken US-Präsenz nur unterdurchschnittlich vom Enron-Zusammenbruch betroffen. Pläsier bestätigt die Aktie als "Kaufen". Die Commerzbank sei hingegen trotz der absoluten geringen Belastung von einer prozentualen stärkeren Ergebniskorrektur bedroht. Er bestätigte deshalb seine Einstufung "Reduzieren".

Dresdner Bank verzichtete möglicherweise auf Wertberichtigungen

Bei der Dresdner Bank geht der Berenberg-Analyst davon aus, dass noch keine Wertberichtigung für das Enron-Engagement vorgenommen wurde. Diese Belastung würde daher voll auf den Allianz-Konzern durchschlagen, der die Bank übernommen hat. Dennoch stuft die Düsseldorfer Privatbank die Allianz-Aktie weiterhin mit "Akkumulieren" ein. Sie begründet dies damit, dass der Allfinanzdienstleister eine positive Prämienwertentwicklung in der Schadens- und Rückversicherung aufweise und zudem eine hervorragende Marktperspektive habe.

Die mögliche Ergebniskorrektur und Veränderung der Risikovorsorge werde bei der Hypo-Vereinsbank "noch akzeptabel" ausfallen, schrieb Pläsier. Den Titel bestätigte die Bank mit "Halten".

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