Belebung bei Heizungsprodukten erst in 2003 erwartet
Buderus stellt Prognose in Frage

Der Heiztechnikhersteller Buderus hat nach Umsatz- und Ergebnisrückgängen in den ersten sechs Monaten seine Geschäftsprognose für das Gesamtjahr 2002 in Frage gestellt.

rtr WETZLAR. Aus heutiger Sicht sei es "schwieriger geworden", bei Umsatz und Vorsteuergewinn das Rekordniveau des Vorjahres zu erreichen, teilte Buderus am Mittwoch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen mit. Buderus-Vorstandschef Uwe Lüders sagte in einem Reuters-Interview, er rechne im Gesamtjahr mit einer Umsatzrendite in Höhe von mindestens neun Prozent, konkrete Prognosen zu Umsatz und Ergebniszahlen wollte er allerdings nicht abgeben. Die im MDax notierte Buderus-Aktie gab leicht nach. Börsianer sagten, die vorgelegten Halbjahreszahlen sowie der abgeschwächte Ausblick seien weitgehend erwartet worden.

In den ersten sechs Monaten hätten insbesondere Rückgänge in den Sparten Guss- und Edelstahlerzeugnisse die Geschäftszahlen belastet, teilte Buderus weiter mit. Zudem hätten höhere Preise für Rohstoffe und Energie sowie Anlaufkosten für das neue Bremsscheibenwerk in Breidenbach das Konzernergebnis beeinträchtigt. Der Konzernumsatz belief sich den Angaben zufolge im ersten Halbjahr auf 832 Mill. ? nach 867 Mill. ? im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Ertragssteuern sei um fast 20 % auf 45 Mill. ? gesunken. Buderus verwies aber darauf, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres wegen des saisonalen Geschäftsverlaufs weniger als ein Drittel des Jahresergebnisses erzielt werde.

Belebung bei Heizungsprodukten im Inland erst 2003 erwartet

Im Kerngeschäftsfeld Heizsysteme ziehe das Geschäft im Ausland an, in Deutschland sei das Geschäft dagegen nach wie vor von Kaufzurückhaltung geprägt, sagte Vorstandvorsitzender Lüders weiter. Im zweiten Quartal habe Buderus die Erlöse in dem Bereich leicht gesteigert und erneut Marktanteile hinzugewinnen können. Allerdings hätten Zuwächse im Ausland das schwache Inlandsgeschäft nicht ganz ausgleichen können. Von einer deutlich spürbaren Belebung des deutschen Heiztechnik-Marktes gehe Buderus erst in 2003 aus.

Mindestens neun Prozent Umsatzendite 2002 gesehen

Ausblickend sagte Lüders: "Wahrscheinlich werden wir die Umsatzrendite des Vorjahres von zehn Prozent nicht ganz erreichen." Konkrete Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2002 wollte er nicht nennen, sagte aber, mit einer Umsatzrendite von mindestens neun Prozent werde "Buderus dann immer noch auf einem Niveau liegen, das vergleichbare Firmen nicht erreichen".

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Buderus einen Umsatz in Höhe von 1,9 Mrd. ? und ein Vorsteuerergebnis von 186 Mill. ? ausgewiesen. Bislang war das Unternehmen davon ausgegangen, den Konzernumsatz in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr leicht zu steigern und ein Konzernergebnis vor Ertragssteuern in der Größenordnung des Vorjahres wieder zu erwirtschaften.

Analysten von Daten kaum überrascht

"Per saldo entsprechen die Zahlen den Erwartungen der Analysten", sagte ein Händler. "Es war auch schon seit Wochen klar, dass Buderus seine Prognosen abschwächen muss." Dass der relativ neue Vorstandschef Lüders nun aber nicht erneut eine Prognose abgeben wolle, sei in dem derzeit unsicheren Marktumfeld auch verständlich. Die Buderus-Aktie notierte in einem schwachen Gesamtmarkt knapp behauptet bei 21,05 ?.

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